Sie appellieren an das Mitgefühl der Bürger. Die Anteilnahme am Schicksal einer offenbar mittellosen ungarischen Familie wird in den Flugblättern angesprochen, die diese Woche in Dormitz verteilt wurden. Das Helfersyndrom soll aktiviert werden. Für wen, wird allerdings nicht klar.

"Solche Zettel flattern alle paar Monate an Haushalte im Landkreis", bestätigt Holger Strehl, Pressesprecher am Landratsamt Forchheim. Er stellt klar: "Hier handelt es sich um eine illegale Sammlung. Wer Abfall sammeln will - die Aufzählung ist im Grunde nichts anderes, man gibt ja nichts zur Sammlung, was man selbst noch braucht -, muss dies anzeigen."

Dass die Sammlung illegal ist, erkenne man schon daran, dass hier kein Ansprechpartner, keine Handynummer oder sonstige Adresse genannt ist. Dies ist bei einer angezeigten Sammlung eine Bedingung. Seriöse Sammler beschränken sich in der Regel auch auf einzelne Bereiche - zum Beispiel Metall oder Kleidung - und nehmen nicht alles an, wie in diesem Fall.


Bis zu 10 000 Euro Bußgeld

Das Problem bei solchen "Sammlungen" ist, dass die bereitgelegten Waren entweder nicht abgeholt werden oder dass sich die Sammler nur bestimmte Dinge heraussuchen oder für sie unbrauchbare Dinge dann anderswo deponieren, berichtet Strehl aus Erfahrung. Er betont: "Bei einer illegalen Sammlung handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit mit einem Bußgeldrahmen bis 10 000 Euro. Die Höhe variiert, je nachdem, ob es sich um Erst- oder Wiederholungstäter handelt."

Allerdings muss man diese "Sammler" erst einmal erwischen. Das Landratsamt rät Bürgern, die solche Zettel in ihrem Briefkasten finden, grundsätzlich die Polizei zu verständigen. Das habe in der Vergangenheit bereits dazu geführt, dass solche illegalen Sammler erwischt wurden und Bußgelder aufgebrummt erhielten. Auch im vorliegenden Fall wurde die Polizei eingeschaltet.