In normalen Zeiten würde Friedrich Oehme mit der Hummelausstellung des Bundes Naturschutz (BN) und einer gut einen Meter großen Plüschhummel in die Klassen der Grundschulen gehen. Die Kinder im Kreis Forchheim könnten dann die Beine der Hummel zählen, die Augen genau anschauen und die Fühler berühren. So beginnt der "Hummelunterricht" des BN-Geschäftsführers Forchheim. Aber die Zeiten sind nicht normal. Trotzdem können alle zu Hummelfreunden werden. Der Mensch ist der größte Freund der gemütlichen Biene im Pelz. Das beginnt schon damit, dass er den Hummeln, die bereits seit Wochen fliegen, immer weniger Nahrung lässt. "Die Weidenkätzchen sind eine der ersten Nahrungsquellen der Hummel", erklärt Friedrich Oehme und appelliert: "Lasst den Hummeln die Weidenkätzchen!" Abgesehen davon, dass diese Palmkätzchen, wie sie im Volksmund auch genannt werden, unter Schutz stehen, schneiden viele Menschen diese Zweige ab, um schön geschmückte Oster- und Frühlingssträuße in der Wohnung zu haben. Den Hummeln, die so gut wie nie stechen, fehlt dann die erste Nahrung. Das Hummeljahr beginnt, wenn die Königin erwacht. "Da hat die Königin großen Hunger", erklärt Oehme, warum die Frühblüher so wichtig sind. Die Königin sucht einen Bau, legt dort die Eier ab, füttert und pflegt die erste Generation. "Die Hummelarbeiterinnen fliegen nun aus und versorgen die Königin, die nicht mehr ausfliegt", erzählt Oehme.

Nahrungssuche

Wenn die Hummeln bei der Nahrungssuche von Blüte zu Blüte fliegen, kommt das Besondere. "Die Arbeiterinnen tragen Pollen von Blüte zu Blüte, von Baum zu Baum, der wirkt wie ein Code, der den Blüten die Entwicklung der Frucht ermöglicht. Später besuchen die Hummeln weitere Blüten, denn sie müssen ja die Königin und die Larven ernähren", erklärt Oehme, warum die Hummel, die zu den Wildbienen gehört, für den Menschen so wichtig ist. Die Hummel sammelt also Pollen und Nektar und erzeugt so einen kleinen Honig, um die Larven zu ernähren. Diese befinden sich im Bau. "Die Hummeln machen es sich kuschelig", sagt Oehme. Die Hummeln leben deshalb gerne in einem Mäusebau, in unordentlichen Ecken im Garten und finden auch in den Ritzen einer Trockenmauer im Steingarten ein Plätzchen zum Leben.

Aus nächster Nähe

Von Unterrichtsbeginn an hat Friedrich Oehme bisher seine Schüler mit der Hummel, dem Sympathieträger der Wildbienen, gefesselt. Während Friedrich Oehme das erzählte, durften die Schüler eine Hummel ausmalen und konnten so die an der Plüschhummel ertasteten Gliedmaßen nochmal aus nächster Nähe betrachten und ihnen eine Farbe geben. Doch wie sieht die Hummel genau aus? Hat sie einen, zwei oder drei gelbliche Streifen? Ist die Hummel komplett braun oder nur das Hinterteil oder ist dieses eher hell? Alles ist möglich. "Es gibt 40 Hummelarten. Hier in der direkten Umgebung begegnen uns fünf bis sechs Arten", erklärt Oehme. "Die große dunkle Erdhummel, die Acker- und die Baumhummel oder die Steinhummel", zählt Oehme die gängigen Hummelarten auf. Er erklärt, wie die Hummeln farblich unterschieden werden können. So hat die Gartenhummel einen eher hellen Hinterleib und drei gelbe Streifen, die Wiesenhummel ebenfalls zwei bis drei gelbe Streifen, aber einen eher braunen Hinterleib und die Ackerhummel ist komplett bräunlich. Wie sehr die Schüler die Hummel inzwischen lieb gewonnen haben, zeigt sich an deren Reaktion, wenn es im Vortag Herbst wird. Dann geht das kurze Leben der Hummel, das nur ein halbes Jahr dauert, zu Ende. "Die Königin legt die letzten fünf bis zehn Eier. Das sind Besondere, denn es kommen neue Königinnen heraus", erläutert Oehme. Drohnen befruchten die Königinnen, die sich für den Winterschlaf in der Erde rüsten. "Die anderen Hummeln sind nun müde und sterben", sagt Oehme. Was macht also der Hummelfreund? Den Hummeln Essen geben in Form von blühenden Wiesen und Gärten und eventuell ein Hummelhaus bauen. Oder Hummeln beobachten und fotografieren und das Foto an den Bund Naturschutz für seine Hummelaktion schicken. Die Experten bestimmen dann, welche Hummel von den Hummelfreunden gesichtet wurde. Das Hummelbestimmungsbild hilft auch dabei. Weitere Infos und auch Ausmalbilder für Kinder gibt es unter www.bund-naturschutz.de/aktionen/welche-hummel-ist-das.html.