Der Schnee wird noch kommen, da sind sich die Hiltpoltsteiner vollkommen sicher. Und zwar richtig viel Schnee, der auf den Straßen und Gehwegen liegen bleiben wird und deshalb auch für einigen Ärger und Chaos sorgen wird. Kommt es so, wie die Hiltpoltsteiner glauben, muss die Gemeinde 26 Kilometer Gemeindestraßen sauber und sicher halten.

Um dieser Aufgabe auch gerecht zu werden, hat die Gemeinde Hiltpoltstein noch vor dem ersten Schnee ihren alten Traktor durch einen Deutz Kompaktfahrschlepper mit 95 PS ersetzt. "Irgendwann ist es nicht mehr tragbar, eine Maschine herzurichten", sagt Gemeindechefin Gisela Bauer (BfH).

Klare Entscheidung

Der alte Traktor hatte einen Getriebeschaden, und doch versuchten die Gemeindearbeiter lange, mit dem Fahrzeug klarzukommen. Als aber der Tüv abgelaufen war und weitere Reparaturen wohl unaufschiebbar gewesen wären, beschloss der Gemeinderat dessen Aus.

Der neue Traktor ist kleiner und deshalb auch gut geeignet, den Schnee vom Schulhof, den Gemeindewegen, den vielen kleinen Gässchen und auch von den Parkplätzen zu räumen. Dennoch er ist stark genug, um den großen Traktor der Gemeinde zu ersetzen. "Es ist Zeit geworden", bringt es Bauer auf den Punkt, als sie bei einer Landtechnikfirma das Fahrzeug abgeholt hat. Zusammen mit dem Schneepflug kostet die Anschaffung 65 000 Euro. Ausgetauscht wurde auch der Schneepflug. Der neue ist leichter und schont den Traktor. "Es kommt uns gelegen, dass der Winter bisher so mild ist", sagt Bürgermeisterin Bauer. Das Salz ist eingelagert in der Salzhalle. Doch da derzeit der Bauhof gebaut wird, musste in der Salzhalle auch Platz für Maschinen geschaffen werden.

Tausende Tonnen Salz

Deshalb hat die Gemeinde weniger Salz als in den Vorjahren bestellt. Die Streuboxen sind aufgestellt und gefüllt. "Wir wären für den Winter bereit", sagt Gisela Bauer.

Bereit sind auch die Verantwortlichen der Kreisstraßen im Landkreis Forchheim. Etwa 1350 Tonnen Salz sind in Neuses, 850 Tonnen in Affalterthal und rund 30 Tonnen im Silo in Sachsendorf eingelagert.
"Für einen normalen Winter reicht es", sagt Peter Els vom Kreisbauhof. Schließlich sei auch die Option von Nachbestellungen gegeben. Bereits im Oktober fand die Winterdienstbesprechung statt. Vier beauftragte Firmen, fünf eigene Lkws und Kleinfahrzeuge für die Gehwege sind einsatzbereit.

Wann wo gestreut oder geräumt werden muss, erfahren die Mitarbeiter von sogenannten Meldern. Das sind Mitarbeiter, die nachts um drei Uhr rausfahren und schauen, ob die Straßen schneebedeckt sind oder ob Glatteis herrscht. Natürlich werden nicht alle Straßen abgefahren, sondern gewisse prägnante Punkte, von denen aus Rückschlüsse auf die anderen Straßen in selber Lage gezogen werden können.

Die Melder alarmieren den Winterdienstleiter und dieser gibt es an den Winterdienst weiter. Die Winterdienstmitarbeiter fahren dann zu den Stützpunkten, beladen die Fahrzeuge mit Salz - und fahren los.
Drei Stunden, wenn nur gestreut wird, fünf bis sechs Stunden, wenn zusätzlich geräumt werden muss, sind die Gemeindemitarbeiter in Hiltpoltstein für die 26 Kilometer Gemeindestraßen unterwegs.

Auch für die Sicherheit auf den Gemeindestraßen sind nachts um drei die Melder unterwegs. "Der Winterdienst ist gerade in ländlichen Gegenden sehr wichtig, weil es hier wenig Alternativen mit öffentlichen Verkehrsmitteln gibt. Jeder soll aber die Chance haben, einigermaßen gut zur Arbeit zu kommen", betont Bürgermeisterin Bauer.
In den Städten würde der Winterdienst oft vernachlässigt werden, weiß die Gemeindechefin, die selbst nach Nürnberg zur Arbeit fährt. "Hier kann man überall fahren, in der Stadt hingegen ist noch nicht gestreut", weiß sie aus eigener Erfahrung zu berichten.

Peter Els ist es dennoch wichtig, an die Autofahrer zu appellieren. Auch wenn geräumt und gestreut wird, sollten die Autofahrer ihre Fahrweise den Verkehrs- und Wetterbedingungen anpassen.
Wie gesagt, die Hiltpoltsteiner glauben ganz fest daran, dass es bald schneit. Ganz so eilig haben sie es damit aber dennoch nicht. Über Weihnachten wünscht Bauer ihren Leuten vom Winterdienst vor allem ein paar schöne ruhige Tage. Das aber geht nur ohne Schnee.