Das Verbotsschild mit dem durchgestrichenen Handy hat wohl jeder schon einmal gesehen: Mobiltelefone verboten. Am Flughafen zum Beispiel. Oder im Krankenhaus. Im Klinikum Forchheim gibt es kein generelles Handy verbot mehr. "Das hatten wir mal vor einigen Jahren, aber das können Sie gar nicht kontrollieren, da müssten Sie ja wie ein Wachhund hinter jedem Patienten herlaufen", erklärt Klinik-Direktor Reinhard Hautmann.

Störsignale durchs Handy

Trotzdem gibt es immer noch hoch sensible Bereiche, in denen Mobilfunkstrahlen unerwünscht sind. "Auf der Intensivstation etwa oder im OP stehen viele Monitore und empfindliche Geräte, die Signale per Funk übertragen", weiß Klaus Swoboda, Chefarzt der Radiologie am Klinikum.
"Hier könnten Handys Störsignale senden."

Auch in der Röntgen-Abteilung sind Handys verboten - hier allerdings eher zum Schutz der Mobilgeräte. Wer etwa ein Mobiltelefon in die Nähe eines Magnetresonanztomographen (MRT) bringt, riskiert, dass das Gerät kaputt geht. Die meisten Patienten halten sich an diese Verbote - zumindest in den jeweiligen Abteilungen. "Aber in der näheren Umgebung wird dann schon wieder fleißig telefoniert", sagt Swoboda. Allerdings ist es dadurch noch nicht zu Problemen gekommen. Baubedingt ist der Handyempfang im Forchheimer Krankenhaus ohnehin recht schwach.

Das ist im Straßenverkehr nicht der Fall. Dort ist es seit 2001 verboten, am Steuer mit dem Handy zu telefonieren. "Ich habe selbst schon oft beobachtet, wie Autofahrer beim Fahren telefoniert haben und dabei so abgelenkt waren, dass sie in Schlangenlinien gefahren sind", berichtet Daniel Müller, Sachbearbeiter Einsatz bei der Polizei Forchheim. Wer sich mit dem Handy am Ohr erwischen lässt, riskiert ein Bußgeld von 40 Euro und einen Punkt in Flensburg - noch. Denn zum 1. Mai wird die Geldstrafe auf 60 Euro erhöht.

Mehrmals täglich Verstöße

Mehrmals täglich zieht die Verkehrspolizei Autofahrer aus dem Verkehr, die sich nicht an das Handyverbot am Steuer halten. "Viele sind sogar so abgelenkt, dass sie nicht einmal den Streifenwagen neben sich bemerken", erzählt Manfred Hänchen. Der Leiter der Polizeiinspektion Ebermannstadt stellt fest, dass sich diese Verstöße quer durch alle Altersklassen ziehen - und auch durch alle Wagenklassen: "Wir haben schon Leute erwischt, die hatten Autos so teuer wie ein Eigenheim, mit allem Schnickschnack, aber ohne Freisprecheinrichtung."

Und das kann schnell gefährlich werden. Dass die Anzahl der Unfälle, die durch telefonierende Fahrer verursacht werden, zunimmt, darüber sind sich Müller und Hänchen einig. Genaue Zahlen gibt er hierzu aber nicht: Die Beweisführung, dass das Telefonat die Ursache war, sei einfach zu schwierig, meinen die Beamten.