Die Autofahrer in Ebermannstadt sehen rot. Wechselweise. Rollt der Verkehr auf der B 470 einigermaßen zügig, stehen die Verkehrsteilnehmer, die von der Breitenbacher Straße oder vom Kirchplatz her auf die Bundesstraße einbiegen wollen im Stau. Und umgekehrt: Seit vor Ostern ein Bus-Beschleunigungsprogramm in die Ampelanlage eingespeist wurde, staute sich der Verkehr auf der Bundesstraße.

So monierte Stadtrat Christian Sponsel, dass er für die gut 500 Meter von der Einmündung der Staatsstraße 2685 bis zur Abzweigung Kirchplatz zwölf Minuten gebraucht habe. "Ein Unding" , fand er.

Hat nicht funktioniert

Als Ursache der jüngsten Stau-Misere wurde das Bus-Beschleunigungsprogramm ausgemacht.
"Es hat nicht ganz so funktioniert, wie wir uns das vorgestellt haben", räumte Manfred Nölscher ein, der beim Straßenbauamt Bamberg für die Ampelschaltung in Ebermannstadt zuständig ist. Deshalb ordnete er bei den Siemens-Technikern an, dass die Schaltung noch in dieser Woche wieder auf den vorherigen Status zurückgestellt wird.

Was aber das grundsätzliche Problem nicht löst, denn nun müssen die Busse, die zwischen dem Schulzentrum und dem Bahnhof pendeln, wieder warten. So wie vor zwei Jahren, als Schüler die Züge versäumten, weil die Busse wegen der Ampel Verspätung hatten. Die einzige Veränderung: Seit die Linksabbiegespuren ein gefahrloses Abbiegen ohne Gegenverkehr erlauben, ist die Ampelschaltung so ausgelegt, dass morgens, mittags und am frühen Nachmittag, wenn die Schulbusse unterwegs sind, die Grünphasen in Richtung Breitenbacher Straße und von der Breitenbacher Straße verlängert wurden. Das Gleiche gilt für die Rechtsabbieger, die vom Kirchplatz her kommen, oder die Linksabbieger, die von der Bundesstraße in Richtung Bahnhof wollen.

Ob dies aber ausreicht, scheint zweifelhaft, denn das magische Auge der Ampel hat so seine Tücken. Es erkennt Autos nicht, wenn sie zu weit links stehen oder wenn sie nicht bis zur Haltelinie vorgefahren sind. Zudem werden Rad- und Motorradfahrer von der eingebauten Kamera überhaupt nicht wahrgenommen.

Wie die Garagentor-Steuerung

Ein scheinbar unlösbares Problem. Doch mit Hilfe moderner Technik sei auch dieses Problem in den Griff zu bekommen, erklärt Manfred Nölscher vom Straßenbauamt Bamberg. Mittlerweile sei es möglich, dass ein Busfahrer die Grünphase einer Ampel per Knopfdruck ansteuern kann. "Das funktioniert im Prinzip genauso wie die Steuerung des elektronisch betriebenen Garagentores zuhause", erklärt Nölscher.

Klaus Hummel, Leiter der Abteilung öffentlicher Personennahverkehr am Landratsamt Forchheim ist von dieser Technik begeistert. "Wir prüfen derzeit, wie viele Busse mit dieser Technik ausgerüstet werden müssen und warten auf ein Angebot von Siemens", bestätigt Hummel. "Das wäre die Ideallösung", sind sich der ÖPNV-Chef und der Abteilungsleiter des Straßenbauamtes einig, der aber darauf hinweist, dass auch die Ampeln umgerüstet werden müssten.

"Wir müssen in Zukunft verstärkt auf solche technischen Hilfen setzen", findet Klaus Hummel, denn nach seinen Worten verlieren die Busfahrer auch in Forchheim bei der Ausfahrt vom Bahnhofsplatz zu viel Zeit. Damit der Fahrplan trotz Baustellen und Umleitungen eingehalten werden kann, sei die Grünphase per Knopfdruck unverzichtbar.