Der Schnee hat gefehlt, dennoch war es bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und klarer Luft ideales Wetter, sich zu Fuß auf den Weg zu machen zur Christmette in St. Moritz. Das Kirchlein oberhalb von Leutenbach in stiller Natur erwartete die vielen Besucher dekorativ beleuchtet zur Feier von Christi Geburt.

Die vielen Helfer im Hintergrund um Mesner Eustach Kern hatten keine Mühen gescheut, um den Liebhabern der romantischen Kirche das Fest der Christen zu einer friedvollen Feier der Begegnung werden zu lassen. Pfarrer Herbert Hautmann aus Gößweinstein begrüßte das "Torbergtrio" mit den Sängerinnen Ottilie Heid und Petra Kapp sowie Otto Rehm an der Zither zu diesem Ereignis. Erwin Heid, aus dem nahen Ortspitz stammend und in Neunkirchen wohnend, sponserte die Christmette in tiefer Verbundenheit.

Hautmann dankte allen, die mitgeholfen hatten zur Vorbereitung der Feier. "Fürchtet Euch nicht", diese beruhigenden Worte laut Überlieferung von den Engeln an die Hirten bei Betlehem gesprochen, bildeten auch die zentrale Botschaft von Pfarrer Hautmann an die Kirchenbesucher. Mancher schaue auf 2019 mit der bangen Frage, was das neue Jahr bringen werde. Hautmann kritisierte den Priestermangel, aber auch den einhergehenden Glaubensschwund. Er verwies auf die weltweite Christenverfolgung, besonders in Asien und Afrika.

Gegenseitig Vertrauen schenken

Der Heilige Abend sei aber auch Anlass, sich gegenseitig Vertrauen zu schenken. Hautmann zelebrierte zum sechsten Mal die Christmette auf St. Moritz, eine "besondere Feier an einem besonderen Ort", wie er es angetan formulierte. Er fand die richtigen Worte an einem stimmungsvollen Platz, Besinnliches gepaart mit aufmunterndem Humor und sprach so die Volksseele an.

Der Kirchenpfleger Reinhard Weber dankte zum Abschluss Peter Schmitt, der aus Altersgründen nicht mehr für die Kirchenverwaltung auf St. Moritz kandidierte, und Susanne Heid für ihren guten Dienst an der Orgel.

Weber zollte allen Anerkennung, die auch über das Jahr mit viel Liebe und Hingabe sich um das Kirchlein und seine Umgebung kümmerten. Der Kirchenpfleger freute sich über den hohen Zuspruch zu dieser Christmette. "Nur so macht es Spaß", meinte er.

Im Kerzenschein

Gleichzeitig lud er alle zum Verweilen und zur Begegnung nach der Feier im Außenbereich bei Glühwein und Plätzchen ein, was gut angenommen wurde. Das "Stille Nacht, heilige Nacht" - im Kerzenschein von allen gesungen - wirkte in der friedlichen Natur besonders intensiv. Gänsehaut mag manchen nochmals beschlichen haben, als das "Torbergtrio" zum Schluss mit etwas Wehmut "A Weihnacht, wie's früher war" anstimmte. Der aufbrandende, lang anhaltende Applaus war der Lohn für die Sänger, aber auch an alle übrigen Mitwirkenden.