Am Dienstagmorgen weint der Himmel. Über Nürnberg und über Forchheim. Es schüttet wie aus Eimern und das spiegelt die Gefühle vieler Clubfans wider. Die Trauer sitzt tief am Tag nach der verlorenen Relegation.
"In erster Linie hat sich nach dem Aufstehen und über den Vormittag hinweg die Enttäuschung über den verpassten Aufstieg breitgemacht. Gestern im Stadion, nach Spielende, als die Mannschaft trotzdem gefeiert wurde, überwogen zunächst noch die positiven Gedanken an die starken Leistungen in der vergangenen Saison", sagt Andreas Kirsch, Vorsitzender des FCN-Fanclubs Trubachtal.

Tags zuvor war die Stimmung noch ausgelassen. Die S-Bahnen und Regionalexpress-Züge zwischen 17 und 18.30 Uhr waren voll mit Fußballfans (und vereinzelten Berg-Gängern). Die Anfahrt war aber auch für die Fans aus dem Trubachtal eine besondere.
"Nicht aufgrund des Hochrisikospiels, sondern wegen der Massen, die natürlich alle dabei sein wollten, war das Ins-Stadion-Kommen gestern schon anders als sonst im Laufe der Saison", erklärt Kirsch, "da wir von den Clubfreunden Trubachtal gestern so viele Personen waren und eine Verlängerung nicht ausgeschlossen werden konnte, sind wir mit dem Bus nach Nürnberg gefahren. Gerade die letzten Kilometer vorm Stadion kamen wir nur sehr langsam voran." Bei "normalen" Spielen fahren Kirsch und seine Freunde meistens mit dem Zug. "Das ist dann schon deutlich entspannter", sagt er.


"Beeindruckende Stimmung"

Auch die Situation direkt am Stadion-Einlass und an den Verpflegungsstationen sei am Montag anders gewesen als bei einem normalen Spiel. "Aber das Remmidemmi nimmt man natürlich gerne in Kauf bei solchen besonderen Spielen", betont Kirsch. "Was bei den Hochrisikospielen für uns als Fanclub schade ist, ist die Sektoren-Trennung. Somit können wir uns nicht wie sonst immer in der Halbzeitpause treffen, da die Zäune zwischen Gegengerade und Nordkurve geschlossen sind", erklärt er. Er und über zehn andere Fanclub-Mitglieder haben Dauerkarten in der Nordkurve, die anderen Fanclub-Mitglieder hatten Tageskarten auf der Gegengerade.

"Gerade zu Beginn war die Stimmung bombastisch. Beeindruckend war, dass auch die Gegengerade und weite Teile der Haupttribüne erstklassig mit unterstützt haben", sagt Kirsch, "das ganze Stadion hat eine beeindruckende Stimmung gemacht, nicht nur während des Spiels, sondern auch danach noch, als feststand, dass wir leider nicht aufsteigen."

Mittlerweile geht der Blick von Andreas Kirsch aber wieder nach vorne. "Nächstes Jahr wird mit Stuttgart und Hannover bestimmt nicht einfacher, aber die Mannschaft muss wieder vorne angreifen und das Ziel Aufstieg halt nächstes Jahr realisieren", sagt er, "nächstes Jahr feiern wir zehn Jahre Clubfreunde Trubachtal. Dazu würde der Aufstieg in die erste Liga natürlich bestens passen."