In heiterer, fast schon gelöster Weihnachtsstimmung verlief die letzte Egloffsteiner Gemeinderatssitzung in diesem Jahr. Die sechs Tagesordnungspunkte waren schnell abgehakt, die Gedanken der Räte vielleicht schon beim Abschlussessen oder den bevorstehenden Feiertagen.

Bürgermeister Stefan Förtsch (CSU) informierte die Gemeinderäte darüber, dass der Markt erneut eine Stabilisierungshilfe in Höhe von 350 000 Euro vom Staat bekommen wird.
Formsache war die abschließende Billigung der Flächennutzungsplanänderung im Ortsteil Rothenhof. Nachdem die Träger öffentlicher Belange allesamt gehört wurden es von ihrer Seite keine Einwendungen gab, fassten die Räte den Feststellungbeschluss einstimmig. Damit ist der Weg frei für das Genehmigungsverfahren beim Landratsamt Forchheim.

Etwas länger dauerte die Diskussion über den Antrag auf Teileinziehung des Leithenackerwegs, der sich oberhalb der Diakoniestation in Mostviel befindet und den steilen Hang hinauf zur Hochfläche führt. Nachdem der ursprüngliche Einspruch einer Familie berücksichtigt wurde und die ersten 30 Meter des Weges von der Einziehung ausgenommen werden, beschloss der Gemeinderat einstimmig, den Weg aufzulassen und das entsprechende Verfahren dazu einzuleiten.

Die Familie hatte zuvor argumentiert, dass die ersten 30 Meter des Wegs auch ihren seit Urzeiten benutzten Fußweg nach Mostviel tangieren. Der Fußweg wäre abgeschnitten, würde die gesamte Strecke aufgelöst. Das ist jetzt nicht aber mehr der Fall.

Ohne große Diskussion und Gegenstimme beschloss das Gremium ferner, den jetzt fälligen Zuschuss der Marktgemeinde für den Egloffsteiner Tourismusverein in Höhe von 18 000 Euro auszubezahlen. Mit der Summe wird ein Teil der Personalkosten in der Touristinformation gedeckt, die der Verein betreibt.

40 000 Übernachtungen

Auf Wunsch des Tourismusvereins soll künftig der Betrag in vier Monatsraten ausgezahlt werden. Der Tourismus ist ein wichtiges wirtschaftliches Standbein der Gemeinde und trägt mit rund zwei Millionen Euro Umsatz zum Bruttosozialprodukt des Orts bei. Dabei werden etwa 40 000 Übernachtungen generiert. Der derzeit schon aktiv betriebene Radwegebau zwischen Mostviel und Egloffstein bewegte die Gemüter in der Sitzung am stärksten.

Anlieger hat Bedenken

Bürgermeister Förtsch berichtete nicht ohne Stolz, dass der Weg bei entsprechendem Wetter in der kommenden Woche geteert werden soll. Der damit gemeinte erste Bauabschnitt verläuft parallel zur Autostraße bis zum Wasserrad.

Bedenken in der Sache brachte ein Anlieger hervor. Er befürchtete, dass die Brücke nicht mehr breit genug sein könnte für seinen Mähdrescher, wenn dort erst einmal ein Geländer installiert wird.

Diese Befürchtung betrifft aber schon den zweiten Bauabschnitt zwei, der bis zum Freibad führt. Dieser Abschnitt wird als Wirtschaftsweg ausgebaut und sogar drei Meter breit sein.
Die Kosten für den ersten Bauabschnitt trägt der Freistaat, die Kosten für den zweiten Bauabschnitt werden auf rund 125 000 Euro geschätzt. Hier liegt der Anteil der Gemeinde bei insgesamt rund 45 000 Euro. 65 Prozent dieser Summe kann die Gemeinde laut Bürgermeister Förtsch mithilfe von Fördergeldern finanzieren.