Seit einigen Monaten demonstrieren Schüler weltweit bei "Fridays for future" gegen die Klimapolitik. Am Gymnasium Fränkische Schweiz fiel am Dienstag unter dem Motto "Fördern von Fußball" der Unterricht aus. Zumindest für diejenigen, die an der Kooperation mit dem TSV Ebermannstadt und der SpVgg Greuther Fürth beteiligt sind, oder an der Ausbildung zum DFB-Junior-Coach teilgenommen haben. Denn nach der ersten Pause feierten die Ebermannstadter in der Aula und im Beisein von Ex-Profi Roberto Hilbert die Aufnahme der Realschule in das Bündnis.

"Wir haben den Ball 50 Meter weiter gespielt", sagte GFS-Rektor Siegfried Reck mit Blick auf die benachbarte Einrichtung. "Danke für die bisher geleistete Arbeit. Wir wollen künftig unseren Teil beitragen", nahm Realschulchef Harald Pitter den Pass gedanklich an. Ziel der Zusammenarbeit sei es, bei den Jugendlichen Spaß und Begeisterung für Fußball zu wecken, erklärte Lehrer Markus Nagel. "Das Projekt ist ganz klar keine Konkurrenz zu den Vereinen, sondern eine Zuarbeit", sagt Mitinitiator.

TSV-Jugendleiter Franz Bezold bestätigte das: "Wir haben inzwischen je zwei Mädels und Jungs im Verein, die als Junior-Coaches mithelfen." Florian Nagengast zeigte auf der Leinwand die Pyramide der Trainerausbildung in Deutschland. "Im Moment sind wir ganz unten, aber vielleicht schaffen wir es irgendwann in die Bundesliga", sagt der 17-Jährige grinsend. Hilbert würde das freuen. "Wir haben nicht mehr viele gute Trainer. Davon kann ich ein Lied singen", erzählte der aus Forchheim stammende 34-Jährige, der im Herbst seiner Karriere ein paar Schwierigkeiten mit den Übungsleitern seiner Vereine hatte. Daher habe er die Seiten gewechselt und fungiere in Fürth künftig als Athletikcoach.

Die Kicker aus der Gegend hätten zudem die Chance, von Spähern des Zweitligisten entdeckt zu werden. Denn Michael König, der bei der SpVgg für die Talentsichtung und -entwicklung der Sechs- bis 14-Jährigen zuständig ist, schickt seine Kollegen regelmäßig in alle 14 Partnerschulen und -vereine. "Vielleicht schafft es einer von hier in die höheren Ligen und trägt den Namen Fränkische Schweiz in die große Welt", sagte die stellvertretende Landrätin Rosi Kraus in ihren Grußworten.

Der Landtagsabgeordnete Michael Hoffmann sieht in dem Projekt auch einen Anreiz für Kinder, sich am Ebser Gym anzumelden. "Ich war am Ehrenbürg-Gymnasium Forchheim, aber wenn es dieses Angebot damals schon gegeben hätte, wäre ich bestimmt aufs GFS", sagte der MdL. Passend zum feierlichen Anlass hatten die Fürther einen Sieg aus dem Montagsspiel aus Regensburg mitgebracht. "Wir wollen ja, dass es eine Kooperation mit einem Zweitligisten bleibt", erklärte Hoffmann mit Blick auf die Tabelle.