Alles neu macht in Ebermannstadt bereits der April. Gestützt auf ein Organisationsgutachten, das der Stadtrat bei der "Allevo Kommunalberatung" in Auftrag gegeben hatte, soll die Verwaltung umstrukturiert werden. Wie, darüber will Bürgermeisterin Christiane Meyer (NLE) nicht mit sich diskutieren lassen. "Dass die Verwaltung läuft, dafür bin allein ich verantwortlich", unterstreicht die Stadtchefin.

Sie zeigt großes Verständnis dafür, dass in der Verwaltung Verunsicherung herrscht. Die war besonders groß, als in der letzten Woche bekannt wurde, dass die Ergebnisse des Gutachtens am Montag in nichtöffentlicher Sitzung präsentiert werden sollten.
Unmittelbar vorher wurden die Mitarbeiter mit dem Gutachten konfrontiert.


Öffentlichkeit ausgeschlossen

Die Möglichkeit, das Konzept der Kommunalberater erst einmal öffentlich zu diskutierten und dann in nichtöffentlicher Sitzung die Konsequenzen daraus zu ziehen, zog Christiane Meyer erst gar nicht in Betracht. Die Vorschläge des Gutachtens seien mit den verwaltungsinternen Vorgängen zu sehr verwoben. Das Gutachten mache bereits Aussagen zu Personen und Kompetenzen.

Insgesamt gebe es 150 Anregungen und Vorschläge, um die Verwaltung schlagkräftiger zu machen, erklärt Christiane Meyer. Neben der Einführung einer einheitlichen elektronischen Ablage wurden eine Optimierung der Öffnungszeiten sowie eine Anpassung der "Dienstvereinbarung Arbeitszeiten" empfohlen. Unter anderem soll das Bauamt künftig nicht mehr bei der Stadt, sondern bei der Verwaltungsgemeinschaft (VG) angesiedelt sein.

"Das hat natürlich auch finanzielle Konsequenzen", erklärt Meyer. Dann sei nicht mehr die Stadt, sondern die VG für die Finanzierung dieser Abteilung zuständig. Die Kosten würden die beiden VG-Gemeinden Unterleinleiter und Ebermannstadt aufgeteilt. Und weil die Kompetenz über die Verwaltung bei der VG liege, sei die VG-Vorsitzende beziehungsweise deren Stellvertreter Gerhard Riediger (NWG) für die Organisation der Verwaltungsstrukturen verantwortlich. "Da lasse ich mir auch nicht dreinreden", so Meyer.


Noch nichts Konkretes

In welchen Schritten die Umstrukturierung umgesetzt werden soll und welche Veränderungen es geben soll, wolle sie mit dem Personalrat absprechen. Gemunkelt wird von einem "Bäumchen-wechsle-dich"-Spiel. Quer durch die Verwaltung sollen Mitarbeitern neue Aufgabengebiete zugewiesen werden. Für Kritiker steht diese Vorgehensweise im Widerspruch zur angekündigten Transparenz, zumal den Mitarbeitern eingeschärft worden sei, dass über die geplante Umstrukturierung "nichts nach außen dringen" dürfe. Einen "Maulkorb-Erlass" nennen das die Betroffenen.


Keine Fragen offen

"Ich verstehe die Verunsicherung", erklärt Bürgermeisterin Christiane Meyer. Einem "Getratsche" habe sie insofern vorbeugen wollen, als alle Stadt- und Gemeinderäte sowie die Mitarbeiter der Verwaltung zur nichtöffentlichen VG-Sitzung eingeladen waren.

Dabei sei das Gutachten umfassend vorgestellt worden. Es seien keine Fragen offen geblieben, betont Christiane Meyer auf Nachfrage. Beschlüsse seien noch nicht gefasst worden. Das soll in einer weiteren Geheimsitzung am Montag, 18. April, folgen. "Die VG-Räte werden nach der Vorberatung in dieser Woche über die Schaffung neuer Stellen, die Umsetzung eines Raumkonzeptes und die Überführung des Städtischen Bauamtes in die Verwaltungsgemeinschaft entscheiden", schreibt der Leiter der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit, Andreas Kirchner.


Geänderte Öffnungszeiten?

Die kommenden Monate werde die VG-Vorsitzende Christiane Meyer gemeinsam mit ihrem Team dazu nutzen, die dringlichsten Umstrukturierungen vorzunehmen, damit die Bürger auch zukünftig von einer schlagkräftigen Verwaltung profitieren könnten. Die Öffentlichkeit werde rechtzeitig im Vorfeld über neue Ansprechpartner, das Leistungsspektrum und gegebenenfalls geänderte Öffnungszeiten informiert.