Schnell mal im Garten des Nachbarn mit der Drohne filmen und nach dem Rechten sehen, ist das erlaubt? Natürlich nicht. Doch dieses Fehlverhalten vieler Drohnen-Besitzer schädigt den Ruf von Menschen, die mit dem Fluggerät ihr Geld verdienen möchten. Einer von ihnen ist Matthias Schuster aus Unterleinleiter.

Der 32-jährige Mechatroniker konnte sich schon immer für Technik begeistern. Zunächst schraubte er an kleinen Hubschraubern und Flugzeugen herum. "Ich habe früher Lego und Fischer-Price gehabt. Technik hat mich immer interessiert." Seit einem Jahr versucht er als Drohnen-Filmer Fuß zu fassen und mit seiner Firma Dronepix-FS Geld zu verdienen.
Bisher reicht es nicht zum Leben, doch der Unterleinleitner sprüht vor neuen Ideen.


Für mehr Kunden nachrüsten

In seine aktuelle Industrie-Drohne - ein fünf Kilogramm schweres Fluggerät - hat der 32-Jährige einen fünfstelligen Betrag investiert. Damit kann er Videos in 4K-Qualität und Bilder bis zu 36 Megapixeln aufnehmen. Um sich von anderen Filmern abzuheben, will er jetzt nachrüsten. "Ich habe eine Thermalkamera bestellt. Damit kann man wärmere Regionen sehen und so beispielsweise Jungtiere in Roggenfeldern finden." Auch die Polizei könnte ihren Nutzen daraus ziehen und vermisste Personen in der Nacht suchen lassen. Einziges Problem ist wohl die Akkulaufzeit von einer halben Stunde.


Weihnachtsmarkt von oben

Den Forchheimer Weihnachtsmarkt filmte der 32-Jährige bereits von oben - er musste dabei skeptische Blicke der Menschen hinnehmen. "Es sind zwei Paar Schuhe, ob ich den Nachbarn im Garten ärgern will oder damit meine Brötchen verdienen will." Besonders extrem: Vor einiger Zeit wurde mit einem Gewehr auf seine Drohne geschossen. "Ich habe nur das Geschoss gehört. Es war auf jeden Fall kein Luftgewehr", erinnert sich der 32-Jährige. Die Drohne verfehlte der Angreifer nur knapp. Laut Schuster sei die unzureichende Aufklärung für die große Skepsis verantwortlich. "Wenn man das Wort Drohne in den Mund nimmt, hat man keine guten Karten. Deswegen sage ich dazu immer Kameraträgersystem", so der Unterleinleitner.

Dass diese Kameraträgersysteme immer mehr in Mode kommen, zeigt sich nicht nur beim Blick in den Himmel. Der Elektrofachmarkt Expert in Forchheim verkauft etwa drei bis vier kleine Drohnen pro Woche, erklärte ein Abteilungsleiter. Der Preis der Flugobjekte liegt meist zwischen 30 bis 50 Euro. Teure Drohnen, die zwischen 200 bis 300 Euro kosten, verkaufen sich weniger gut. Meist geht nur eine pro Monat an den Kunden, so der Mitarbeiter. Vermutlich, weil mit dem Preis auch die Größe und das Gewicht der Drohne steigt. Und diese darf nicht mehr als fünf Kilogramm wiegen, sonst wird eine spezielle Genehmigung zum Fliegen benötigt. "Grundsätzlich darf man außer an Flugplätzen oder ausgewiesenen Flugverbotszonen überall fliegen", weiß Rechtsanwältin Shanti Ray-Voigt.


Klare Gesetze zur Nutzung

Das Nachbargrundstück darf zwar überflogen werden, Aufnahmen sind jedoch verboten. "In Nachbargärten darf nicht gefilmt werden, jedenfalls nicht mit Speicherfunktion." Verletzungen von Persönlichkeitsrechten durch ungenehmigte Aufnahmen müssten ausgeschlossen werden, sagt die Forchheimer Anwältin.
Bislang seien bei Shanti Ray-Voigt keine Beschwerden eingegangen. Trotzdem könne sie sich vorstellen, dass Anwohner Angst vor ungenehmigten Fotos hätten. Kaum Einschränkungen gibt es bislang beim Alter der Nutzer. Wird in der Freizeit oder für Sportzwecke gefilmt, können auch Kinder die Steuerung übernehmen. Bei einer gewerblichen Nutzung gibt es hingegen spezielle Regelungen. Derzeit wird über eine Beschränkung der erlaubten Flughöhe diskutiert - künftig sollen nur noch 100 Meter erlaubt sein.