Eine Vielzahl verschiedener Libellenarten saust über das Wasser, Pfeilkraut und Schilfrohr sprießen am Uferbereich, Edelkrebse sind eingesetzt worden. Wahre kleine Idylle in den Lichtungen inmitten vom großen Waldgebiet sind im Staatswald "Untere Mark" in enger Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde und dem Wasserwirtschaftsamt entstanden.

"Erstaunlich, wie schnell sich hier eine komplett andere Flora und Fauna entwickelt hat", freut sich Revierförster Erich Daum von den Bayerischen Staatsforsten. Vor knapp eineinhalb Jahren realisierte Jungförsterin Johanna Gierl im Rahmen ihrer fünfmonatigen Anwärterzeit im Forstrevier Oesdorf dieses spezielle Projekt.

"Eine Projektarbeit gehört zur Ausbildung, sie wird benotet. Johanna hat die Note 2 dafür bekommen", sagt Erich Daum, der noch immer Kontakt zu seiner damaligen Anwärterin hat. Sie hat inzwischen ihre Staatsprüfung bestanden und hat ihr eigenes Revier beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Cham. "Zur Nikolausjagd im Dezember hat sie ihren Besuch angekündigt, dann schaue ich mit ihr gemeinsam die tolle Entwicklung ihres Werkes an", erklärt Daum, der Johanna Gierl in den letzten Monaten immer wieder Bilder von der Entwicklung der Naturweiher geschickt hat.

Grundlage ihres Renaturierungsprojektes waren fünf ehemals bewirtschaftete Teiche, in denen noch vor einigen Jahren Fischaufzucht betrieben wurde. Die Pachtverträge für den Hohe-Wurzel-Teich, den Kastenschlagweiher und Binsenschlagweiher (alle drei in der Gemarkung Hallerndorf) sowie den beiden Lampertdicken-Weihern in der Gemarkung Hausen wurden dann nicht verlängert und die Teiche sich selbst überlassen. So fand Johanna Gierl die Situation vor und entschloss sich, diese fünf Habitate fachmännisch zu renaturieren. Dazu musste zunächst eine Zustandsaufnahme der Habitate erfolgen, dann wurde abgefischt und die Teiche wurden umgebaut. Etwa 8000 Euro an Zuschuss gab es vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten für diese Maßnahmen; ein Großteil floss in die umfangreichen Baggerarbeiten. "Das Fällen der ufernahen Bäume, um mehr Lichteinfall zu ermöglichen, konnten wir mit unseren Waldarbeitern selbst machen", erklärt Daum.

Den Fischbestand im Auge

Zufrieden schweift sein Blick über die neu entstandenen Biotope. Sie werden nun wieder sich selbst überlassen, die Natur regelt jetzt alles von alleine. Förster Erich Daum schaut sich in regelmäßigen Abständen um, hält die Entwicklung fest und achtet darauf, dass der sich natürlich entwickelnde Fischbestand nicht übermäßig ansteigt. Das würde die Entwicklung der Biotop-Weiher gefährden. Sollte dies jedoch der Fall sein, kann man die Weiher mittels der noch immer funktionsfähigen Mönche ablassen und die Fische entnehmen.