Meerblau nennt der ehemalige Marktgemeinderat Peter Wehrfritz die Farbe, die das Becken des Waldschwimmbades Muggendorf wieder bekommen soll. Hässliche dunkelgraue Streifen verunzieren die Wände. Dieser Bewuchs, der sich ungestört entfalten konnte, weil das idyllisch gelegene Kleinod am Ortsrand von Muggendorf im vergangenen Jahr geschlossen war, muss nun entfernt werden. Es hatte sich niemand gefunden, der die Badeaufsicht übernommen hätte.

Jetzt aber sind die Mitglieder des Fördervereins zum Erhalt des Muggendorf Schwimmbades dabei, das 35 Meter lange Schwimmbecken wieder auf Vordermann zu bringen. Mit einem speziellen Freibad-Reiniger werden die Wände besprüht, damit sich Kalk, Rost und sonstiger Überwinterungsschmutz entfernen lässt.
Eine mühselige Arbeit. Mit Schutzbrillen und Gummihandschuhen ausgestattet wird Zentimeter für Zentimeter eingesprüht und abgerubbelt.
Bis die 320 Quadratmeter geschafft sind, das dauert.


Alles in Eigenleistung


Fünf Kanister der ätzenden Flüssigkeit werden von Peter Wehrfritz, Harald Wurlitzer, Udo Putz, Henry Distler und einigen anderen verarbeitet. In Eigenleistung und ohne einen Pfennig dafür zu verlangen. "Das ist Eigeninitiative", erklärt Peter Dorscht, Vorsitzender des Fördervereins.

Er hat es geschafft, dass mit Thomas Stagl-Dous heuer wieder eine Badeaufsicht da ist. Thomas übernimmt auch die Bewirtschaftung des Kiosks und die Pflege der Anlage, angefangen vom Rasenmähen bis zum Zurückschneiden der Sträucher, die ebenfalls sehr gewuchert hatten.


Noch fehlt die Perspektive


"Damit ist zwar wieder eine Saison gerettet, aber was das 400 Kubikmeter Wasser fassende Bad am dringendsten benötige, sei eine Perspektive für die Zukunft, erklärt Fördervereins-Chef Peter Dorscht. Er hat sich mit der Gemeinde geeinigt, dass die Kommune, der Eigentümer der Anlage, von dem jährlichen Kündigungsrecht keinen Gebrauch macht.

Sache des Fördervereins sei es, den Betrieb dieser einstigen Attraktion des Fremdenverkehrsortes aufrechtzuerhalten. Konzerte wie des Musikers Ski-King am Mittwoch, 28. Mai, ab 19 Uhr im Freibad sollen Geld in die Kasse spülen. Denn die Chemie für die Reinigung des Bades und das benötigte Chlor gibt es nicht zum Nulltarif. "Am besten wäre es, wenn wir eine technische Wasseraufbereitung hätten", skizziert Peter Dorscht seine Vorstellungen für ein dauerhaftes Überleben des Bades.

Statt auf natürliche Klärung des Wassers setzt er auf Technik. Dafür müssten zwar drei, vier Meter des 35 Meter langen Beckens geopfert, werden, aber dann wäre es immer noch lang genug. In dem abgetrennten Bereich könnte die gesamte Wasser-Aufbereitungstechnik installiert werden: "Wenn wir das bestehende Becken als Schalung nutzen und einen halben Meter vom Beckenrand entfernt eine Mauer hochziehen, könnten in diesem Zwischenraum die Düsen und Umwälzpumpen für das aufbereitete Wasser installiert werden."

Bei Gesamtkosten von 110 000 Euro sei dies eine kostengünstige Lösung, findet Peter Dorscht, der sich davon noch größere Attraktivität des Waldschwimmbades verspricht: "Dann könnten wir das Wasser des Bades auch aufheizen, denn jetzt kommen wir kaum über 20 Grad hinaus."

Wer also hier schwimmen will, muss schon abgehärtet sein, räumt Dorscht ein. Er bringt es einfach nichts übers Herz zuzusehen, wie das Schmuckstück des früher pulsierenden Fremdenverkehrsortes zusehends verfällt. Dafür sei das Bad einfach zu schade, meint Dorscht, der mit Optimismus in die neue Saison geht.

Eröffnet wird das Freibad in Muggendorf, sobald die Sonne wieder scheint - voraussichtlich bereits an diesem Wochenende.