Das Erntedank- und Kürbisfest in Muggendorf mit seiner über 150-jährigen Tradition, welches am Wochenende vom 3. und 4. Oktober gefeiert werden sollte, fällt dieses Jahr wegen Corona aus. Das ist das erste Mal - außerhalb der Kriegsjahre.

Die Entstehung des Kürbisfestes reicht zurück in die 1860er beziehungsweise 1870er Jahre. Damals war es ein rein kirchliches Fest, an dem nur die Muggendorfer Kinder teilnahmen.

Erntedank- und Kürbisfest in Muggendorf: Größtes Heimatfest der Region wegen Corona abgesagt

Heute kommen die Kinder mit ihren kunstvoll geschnitzten, ausgehöhlten und beleuchteten Kürbissen aus der ganzen Fränkischen Schweiz. Es ist ein Fest der Kirchengemeinde und der gesamten Marktgemeinde Wiesenttal geworden. Nach dem Krieg, Ende der 1940er Jahre, kam zum abendlichen Kürbisfest nachmittags das Erntedankfest hinzu und es fand ein erster Festzug statt. Er bestand aus einer Musikkapelle, einem mit Pferden bespannten Erntewagen, einem ebenfalls von zwei Pferden gezogenen Brauereifass, einem Kuhgespann vor einem Pflug und dem Trachtenverein "D' Wiesenttaler".

Das Erntedank- und Kürbisfest entwickelte sich im Laufe der Jahrzehnte zum größten Heimatfest in der Region mit einem circa einen Kilometer langen Erntefestzug am Nachmittag und rund 400 Kindern beim Kürbiszug am Abend mit einigen tausend Gästen. Der bunte Erntefestzug entlockte einer Zuschauerin am Straßenrand mal den begeisterten Zuruf: "Das ist der schönste Festzug neben der Fürther Kerwa."

Seit 47 Jahren feiert auch der Bauernverband sein Kreiserntedankfest im Rahmen des Erntedank- und Kürbisfestes in Muggendorf. Nun hoffen die Veranstalter, dass dieses Brauchtum nur ein Jahr pausieren muss.

Letztes Jahr fand das Erntedank- und Kürbisfest statt - mit Tausenden von Zuschauern.