"Die Wohnung ist sehr schön und sauber. Alles tipptopp!", bewertet ein Gast das Appartement Allee No. 4 im Buchungsportal "Booking.com". Doch als Vermieter Volker Noffke seine zwei Ferienwohnungen in der Hornschuchallee dem Landratsamt für die Unterbringung von Flüchtlingen anbietet, erhält er eine Absage: kein Bedarf!
Noffke versteht die Welt nicht mehr: "In den Medien wird Alarm geschlagen, dass die Flüchtlinge im Winter ohne Dach über dem Kopf dastehen - aber wenn man einwandfreien Wohnraum zur Verfügung stellen will, bekommt man von den Behörden eine Absage. Wie passt das denn zusammen?"
Dies fragen sich auch andere Bürger. Anlass für unsere Zeitung, bei Frithjof Dier nachzuhaken. Er ist in der Abteilung für soziale Aufgaben am Landratsamt für die Flüchtlingsunterbringung zuständig. "Was wir gerade nicht suchen", so erklärt Dier, "das sind kleine Wohnungen für nur zwei bis drei Bewohner." In Frage kämen nur große Unterkünfte - also ganze Häuser für 15 bis zu 50 Bewohner.
Erst nach der Anerkennung ihres Asylgesuches könnten die Flüchtlinge auf kleinere Wohnungen verteilt werden. Dier bestätigt, dass nach wie vor in der Stadt Wohnungen für Flüchtlinge angeboten würden. Mit Blick auf eine ausgewogene Verteilung sei man jedoch bestrebt, auch Unterkünfte im Landkreis zu schaffen. Wenn man die wöchentliche Ankunft von 23 Flüchtlingen zugrunde lege, dann sei der Bedarf für Flüchtlings-Wohnraum bis ungefähr zum kommenden April gedeckt, rechnet Frithjof Dier.