Dass Gräfenberg ein Lehrschwimmbecken baut, ist längst bekannt. Bürgermeister Ralf Kunzmanns (FW) Vorgänger Hans-Jürgen Nekolla (SPD) hatte dazu bereits 2017 Kontakt mit den teilnehmenden Kommunen aufgenommen. Diese hatten sich mit einer freiwilligen Verpflichtungsvereinbarung für 25 Jahre dazu bereit erklärt, ihre Schulkinder nach Gräfenberg zum Schwimmunterricht zu schicken.

Nun wurde nicht nur vor einigen Wochen bekannt, dass sich der Bau erheblich verteuert, sodass das Investitionsdefizit derzeit drei Millionen Euro beträgt - zudem erfuhr Bürgermeister Kunzmann aus einem Bericht, dass das Eckentaler Gymnasium selbst ein Schwimmbad bauen möchte. Zumindest habe der Schulausschuss im Kreistag des Landkreises Erlangen-Höchstadt das in der Sitzung im November beschlossen, ebenso wie die Prüfung der Realisierbarkeit einer Schulschwimmstätte am Gymnasium Eckental. Eine Ansage, die den gesamten Stadtrat in Verwunderung versetzte.

Bau eines Lehrschwimmbeckens in Gräfenberg: Projekt wichtig für die Region

Eine offizielle Stellungnahme habe Bürgermeister Ralf Kunzmann nicht erhalten. Die Gräfenberger Stadträte möchten deshalb an die Öffentlichkeit ein deutliches Signal senden: Gräfenberg steht nach wie vor hinter dem Projekt.

Der Bau des Gräfenberger Lehrschwimmbeckens ist für die gesamte Region ein wegweisendes und wichtiges Projekt. Auch die Wasserwacht Heroldsberg beispielsweise hält in dem Gräfenberger Bad ihre Übungsstunden ab. Die Gräfenberger haben deshalb einen Wunsch, der Bitte zugleich ist: Der Landkreis möge sich finanziell daran beteiligt.

Denn die nächsten Hallenbäder befinden sich in Ebermannstadt, Forchheim oder Pottenstein. Dass es wenig Sinn mache, die Schüler mit einer 45-minütigen Busfahrt hin und zurück zu einem Schulschwimmunterricht zu fahren, musste nicht erst vorgerechnet werden.

Warum überhaupt in Eckental der Bau eines Schulschwimmbades in Frage kam, wurde mit Zahlen verdeutlicht. Als das Eckentaler Gymnasium gebaut wurde, umfasste das Raumprogramm aufgrund der damaligen Schüler- und Klassenzahlen kein eigenes Schulschwimmbad. Laut Regierung von Mittelfranken wäre ab einer Sportklassenzahl von 105 Sportklassen die Förderung eines 25 x 12 Meter großen Schwimmbeckens förderfähig.

Wird diese Sportklassenanzahl nicht erreicht, wäre die Förderung eines kleineren Schwimmbeckens denkbar, aber pädagogisch, sportlich und betriebswirtschaftlich nicht empfehlenswert, informierte Kunzmann.

Landkreis Forchheim soll sich finanziell am Bau beteiligen

Mit 53 Sportklassen würde Eckental nur die Hälfte der für eine Förderung benötigten Klassenanzahl erreichen, weshalb auch die Grund- und Mittelschulen das Bad nutzen sollten. Mit den Grundschulen in Eckental, Heroldsberg und Kalchreuth und der Mittelschule in Eckental kämen somit weitere 63,75 Sportklassen dazu und es würden insgesamt 117 Klassen das Eckentaler Schulschwimmbad nutzen. Die für eine Förderung benötigte Anzahl wäre somit leicht erreicht.

Allerdings würde sich das auf das Gräfenberger Projekt auswirken. "Wir gehen davon aus, dass die Kommunen noch dazu stehen", betonte Kunzmann, da noch keine gegenteiligen Stellungnahmen vorliegen. Um der Wichtigkeit noch einmal Ausdruck zu verleihen, beschloss der Stadtrat, weiterhin an dem Lehrschwimmbecken festzuhalten und den Landkreis um finanzielle Unterstützung zu bitten.