Beim geplanten Ausbau der Bahn hätten die Gespräche mit den Vertretern der Bahn zu Kompromissen geführt, mit denen man leben könne, erklärte Frank Unkroth, Bereichsleiter Bauen und Umwelt und Jurist beim Landratsamt den Mitgliedern des Kreisausschusses. Der Jurist empfahl, gegen die Planfeststellung keine Rechtsmittel einzulegen. Die Kompromisse seien hinnehmbar, so Unkroth.

Die größte Kröte, die es zu schlucken gelte, sei die Anordnung der Gleise an sich. "Wir hätten die Schnellbahn gerne außen gehabt", so Unkroth, doch dies sei wegen der überregionalen Planung nicht durchsetzbar gewesen.


Aufeinander zugegangen

Aufeinander zugegangen seien beide Seiten bei der Erneuerung der Brücke der Kreisstraße FO 2 beim Bahnhof Kersbach, die abgerissen und neu gebaut werden müsse. Ursprünglich sollte die jetzt 7,50 Meter breite Straße nur noch sieben Meter breit werden.

"Eine Verschlechterung trotz Neubau", erklärte Unkroth. In Nachverhandlungen sei es aber gelungen, dass die neue Brücke die gleiche Fahrbahnbreite haben wird wie bisher. Dafür habe der Landkreis das Einverständnis der Regierung. In Forchheim-Nord sei der Haltepunkt zwar noch nicht Gegenstand der aktuellen Planfeststellung, der Haltepunkt werde aber errichtet. Und in Eggolsheim habe sich die Bahn bereit erklärt, den Grund für die Bus-Wendeschleife abzutreten. Über den Kaufpreis müssten sich aber Bahn und Gemeinde einig werden.
Als Grundstückseigentümer sei der Landkreis von den Ausbauplänen der Bahn in Forchheim-Nord betroffen.

Hier seien bei der Sanierung der Georg-Hartmann-Realschule 70.000 Euro in Schallschutzfenster investiert worden. Es sei aber nicht realistisch, dass dieser Betrag dem Landkreis von der Bahn erstattet werde. "Wir versuchen aber, dieses Geld zu bekommen", betonte Unkroth. Er erklärte: "Unsere Rechtsposition ist zwar nicht strahlend, aber auch nicht ganz schlecht. Den Anspruch auf Schallschutz haben wir Schwarz auf Weiß."

Noch unzureichend seien die Abstimmungen, wie die Belastungen während der Bauzeit aussehen sollen. Immerhin seien die Anwohner erheblichen Mehrbelastungen ausgesetzt. Dies beginne bei der Lärmbelästigung und setzte sich fort bei der Verschmutzung von Kreisstraßen. Außerdem müssten während der Bauphase Umwege in Kauf genommen werden. Diese Dinge gelte es, im Vorfeld abzuklären. "Wir werden das mit den uns zu Gebote stehenden Mitteln einfordern", kündigte Unkroth an.

Seitens der Mitglieder des Kreisausschusses zeigte sich Edwin Dippacher (CSU) zufrieden, dass die Kreisverwaltung alles tun wolle, um die Belastung für die Bürger so gering wie möglich zu halten. Unter dieser Prämisse könnten die Pläne der Bahn gebilligt werden. Das sahen auch die übrigen Mitglieder dieses Gremiums so. Einzig Karl Waldmann (Die Grünen) beklagte, dass in Kersbach die Tunnel-Lösung eine halbe Sache bleibe. Für S-Bahn-Fahrer wäre ein durchgehender Fußgänger-Tunnel eine deutliche Erleichterung gewesen, meinte Waldmann.