Polstermöbel, Matratzen, oder Schlafzimmer stehen und liegen auf 1000 Quadratmetern des ehemaligen Supermarkts. "Radikal reduziert" oder "Zwei Matratzen mitnehmen, eine bezahlen", steht auf Schildern geschrieben.
Alles muss raus beim "Möbelprofi" in Gräfenberg.

Sein Geschäft jetzt aufzugeben, fällt Jürgen Kasch nicht leicht. Das sieht man ihm an. "Null Freizeit geht nicht mehr", begründet er seine Entscheidung, den "Möbelprofi" aufzugeben. Die Entscheidung ist laut Kaschs Worten ausschließlich gesundheitlichen Gründen geschuldet. Es ist nicht lange her, dass Kasch einen Herzinfarkt bekommen hat.

"Es war ein harter Kampf"

Seine Pforten geöffnet hatte das Geschäft am 9. März 2009. Möbel, das war einfach Kaschs Metier. 33 Jahre hatte er bei Quelle im oberen Führungsmanagement für Möbel gearbeitet.


Ein Jahr bevor Quelle Insolvenz anmelden musste, verließ er das Unternehmen. Er nahm eine Auszeit und nutzte die Zeit, um seine beruflichen Möglichkeiten zu überdenken. Schon zuvor hatte er mit einer Selbstständigkeit geliebäugelt. Am Ende stampfte er das Unternehmen in Gräfenberg aus dem Boden.

Preislich konnte er mit den großen Möbelcentern mithalten, denn der "Möbelprofi" war ein reines Familienunternehmen und Jürgen Kasch konnte die geringeren Rabatte beim Einkauf durch geringere Fixkosten wettmachen. "Es war ein harter Kampf, aber alle haben zusammengeholfen", sagt Kasch.

Regelmäßig hat Kasch an die 80 Stunden in der Woche gearbeitet. Die Töchter und der Sohn halfen in ihrer Freizeit mit. Seine Kunden kamen aus Gräfenberg, Igensdorf, Eckental, Egloffstein oder Obertrubach und sogar aus Schwabach, was wohl auch an der Mundpropaganda lag. Im März 2015 wird Kasch die Tür hinter sich schließen. Er hofft, dass die Immobilie schnell einen Nachmieter findet. Für Gräfenberg wäre es nicht schön, wenn eine weitere Immobilie leerstehen würde.