Landrat Hermann Ulm (CSU) verabschiedete als Vorsitzender des Vereins Naturpark Fränkische Schweiz-Frankenjura in der Mitgliederversammlung Geschäftsführer Wolfgang Geißner in den Ruhestand. Damit ging eine Ära zu Ende, denn Geißner prägte den Naturpark wie kein anderer.

Die Mitglieder spendeten Geißner, der seit 1996 Mitarbeiter des Naturparkvereins ist, lang anhaltenden Applaus. Geißners Nachfolger ist sein bisheriger Stellvertreter Christoph Hurnik aus Weilersbach; für ihn kommt als stellvertretender Geschäftsführer Leonhard Anwanderer aus Hetzles.

Geißner, der 1996 damals noch unter Geschäftsführer Gernot Huß seine Arbeit beim Naturpark als zuständiger Mann für die Felsfreilegungen in der Fränkischen Schweiz begann, ist seit 2001 Geschäftsführer und war lange Zeit Einzelkämpfer für die Entwicklung des Naturparks, der bis vor kurzem noch Naturpark Fränkische Schweiz - Veldensteiner Forst hieß. Wie Ulm betonte, habe Geißner seine Arbeit immer mit viel Herzblut erledigt und den Naturparkverein geprägt.

Geißer war der dritte Geschäftsführer nach Gernot Huß und Kurz Wenninger in der Geschichte dieses Naturparks, der heute einer der größten in Deutschland ist. "Ich habe die Arbeit gern gemacht, auch wenn es manchmal viel Nerven gekostet hat", sagte Geißner. Sein aktuelles Lieblingsprojekt sind die Naturparkhöfe, um die sich Corinna Brauer hervorragend kümmert.

20 Jahre lang haben Geißner die Kletterkonzepte in der Fränkischen Schweiz geradezu "verfolgt". Eine Erfolgsgeschichte, die inzwischen auch andere Regionen übernommen haben, Wolfgang Geißner habe sich immer bemüht, mit allen Organisationen, Verbänden und Regierungsstellen konstruktiv zusammenzuarbeiten, betonte Ulm. Das gelte auch auch für das Kanukonzept auf der Wiesent. "Es musste immer ein Kompromiss gefunden werden, dass die Menschen klettern, Kanu fahren und wandern können; aber gleichzeitig die herrliche Natur geschützt und erhalten wird", betont Geißner.

Bis heute ist es allerdings nicht gelungen, dass das Höhlenkonzept, an dem Dieter Preu maßgeblich beteiligt war, genehmigt wird. Einzelne Höhlen sollten als Freizeithöhlen ausgewiesen werden, um wildes Feiern und Feuerschüren in Höhlen zu unterbinden.

Besonders am Herzen lagen Geißner die Wanderwege in der Fränkischen Schweiz: "Es ist ganz wichtig, die Wanderwege auch zukünftig in Schuss zu halten, Aufsteige, Brücken und Geländer zu erneuern und Aussichtspunkte zu erhalten."

Als größten Erfolg in jüngster Zeit sieht der scheidende Geschäftsführer die inzwischen vier Naturparkranger an, die im Bahnhof von Muggendorf stationiert sind. Ihre Arbeitsverträge sollen nach Beschluss der Mitgliederversammlung nun unbefristet verlängert werden. Geißner hält das Naturparkzentrum im Muggendorfer Bahnhof als Schnittstelle für die Gäste der Fränkischen Schweiz für äußerst wichtig.

Projektmanager Dieter Preu berichtete kurz vom aktuellen Sachstand. Vor zwei Jahren habe man eine abgewohnte Immobilie vorgefunden. Dank der Gemeinde Wiesenttal und deren Bauhofmitarbeitern sei das Gebäude hervorragend saniert worden. Ein kleiner Nachteil für den Naturparkverein sei nun aber eine etwas höhere Miete. Ergänzt wird das Ganze durch die bereits 2012 geschaffene Ausstellung im Bahnhofsgebäude. Sie wird ebenfalls komplett vom Naturparkverein übernommen.

Auch im Freigelände sind noch Maßnahmen geplant. Insgesamt wurden in das Naturparkzentrum in Muggendorf rund 200 000 Euro investiert.

Abschied und Neueinsteig Neben Geißner wurde auch der bisherige Stellvertreter Ulms, der frühere Bayreuther Landrat Hermann Hübner (CSU) verabschiedet. Ferner schieden aus dem Vorstand die früheren Bürgermeister Helmut Taut, Helmut Krämer und Hans Koch aus sowie der ehemalige Kreisrat Reinhold Thiem.

Zum neuen stellvertretenden Vorsitzenden wurde der Bayreuther Landrat Florian Wiedemann (FW) gewählt. Den Landkreis Amberg-Sulzbach vertritt die Auerbacher Kreisrätin Birgit Barth im Vorstand. Für den Landkreis Bamberg neu gekommen ist Landrat Johann Kalb, für den Landkreis Bayreuth der Pegnitzer Kreisrat Werner Lappat und für den Landkreis Forchheim Wiesenttals Bürgermeister Marco Trautner.

Wiedergewählt wurden die Landräte Klaus Peter Söllner (Kulmbach), Christian Meißner (Lichtenfels), Armin Kroder (Nürnberger Land) und Forstoberrat Martin Gottsche für den Landkreis Neustadt an der Waldnaab.