Zwei Jahre haben sie auf diesen Moment hingearbeitet. Klausuren, Referate und Prüfungen, das alles haben die Schüler des Herder- und Ehrenbürg-Gymnasiums hinter sich gelassen und beginnen nun, mit dem Abitur in den Händen, ihren neuen Lebensabschnitt.

83 Abiturienten sind im Herder-Gymnasium zur Reifeprüfung angetreten. Alle haben bestanden - davon 15 mit der Bestnote "Sehr gut". Mit einem Schnitt von 2,26 - die beste Jahrgangsstufe seit der Einführung der Schulform G8, lobte Oberstufenbetreuer Benno Schiener bei der Verabschiedung seine Schützlinge.

Spitzenschüler mit einer Note von 1,0 ist Maximilian Schmitz. Sein Erfolgsrezept: "Es ist wichtig, dass man in zwei Jahren immer dran bleibt. Aber auch der sportliche Ausgleich ist wichtig." Im nächsten Jahr möchte der Abiturient einen Bundesfreiwilligendienst beim Roten Kreuz absolvieren.
Danach beginnt er sein Studium, wahrscheinlich Medizin.

Ebenso engagiert startet Caroline Schmitt in ihr neues Leben. Auch sie wird beim Bundesfreiwilligendienst arbeiten und Schüler in der Grund- und Mittelschule Forchheim in Sport unterrichten.


Nach Abitur erstmal Pause

Während die einen in der Region Forchheim bleiben, verschlägt es Sophia Scherbaum für die nächsten drei Monate ins Ausland. In einem Mutter-Kind-Heim in Indien möchte sie sich sozial engagieren und danach in Wien Dramaturgie und Theater studieren.

Die Pläne der Abiturienten dürften Schulleiterin Liselotte Rall nicht verwundern: "Die Schüler waren menschlich und sozial engagiert im schulischen Leben." Nicht nur ihr werde der Jahrgang fehlen, sondern auch dem Oberstufenbetreuer. "Ihr habt euch von Zirkularsternen zu Fixsternen in meinem Herzen verwandelt", schwärmte der physik-begeisterte Lehrer.

Den Schülern, die ihr Abitur nicht mit einer 1 vor dem Komma abschließen konnten, machte Bürgermeister Franz Streit (CSU) mit einem Bekenntnis Hoffnung: "Stellt euch mal vor, ich habe gar kein Abitur und bin auch Bürgermeister." Mit tobendem Applaus und Jubelrufen wurde der Vertreter der Stadt für diese Offenheit belohnt.


138 Schüler bestehen das Abitur

Auch die Schüler des Ehrenbürg-Gymnasiums können auf ihre Leistungen stolz sein. Es haben zwar nicht alle das Abitur bestanden, aber insgesamt 138 Schüler nahmen ihr Abschlusszeugnis von Schulleiter Karl Fuchs entgegen. 17 Jugendliche können sich mit ihrem Einserschnitt brüsten - bei 51 Abiturienten steht zumindest die 1 vor dem Komma. Damit liegt der Gesamtschnitt der Schule bei 2,24.

Der Beste von allen: Konstantin Haubner mit einem Notendurchschnitt von 1,0. Der 17-Jährige möchte ein Studium in Erlangen oder Nürnberg beginnen. Das Hauptfach: Physik. Seine positive Einstellung zur Schule habe ihm dabei geholfen, Bestnoten zu schreiben, sagt er. "Man darf nicht denken: Hoffentlich ist die Schule bald vorbei." Anders als beim Herder-Gymnasium ist die 18-jährige Anna Friedel die einzige Frau unter den Besten. Auch sie möchte Naturwissenschaften studieren - vermutlich was mit Chemie.

Auch wenn beide Schulen beteuern, die besten Abiturienten zu haben. In einem Punkt sind sich alle einig: Alle Schüler, egal ob Einser-Schnitt oder nicht, verdienen für ihre Leistung den größten Respekt.