Es geht Raimar Oetzel um mehr Sicherheit und auch um Lärmschutz für die Anwohner im Bereich der Staatsstraße 2264. Das ist der Abschnitt von der östlichen Einmündung von der B 470 Richtung Ortsmitte Adelsdorf, weiter führt die Staatsstraße 2264 dann in Richtung Weppersdorf.
Deshalb hatte sich der Adelsdorfer - mit den Unterschriften von 47 Bürgern unterstützt - mit seinen Vorschlägen an die Regierung von Mittelfranken und das Innenministerium Bayern gewandt. Allerdings stellen ihn die Antworten nicht zufrieden.


70 km/h ab der Einmündung

Konkret wollte Oetzel eine Geschwindigkeitsreduzierung auf 70 km/h oder sogar auf 50 km/h ab der Einmündung von der Staatsstraße 2264 in die Bahnhofstraße, die ja gleichzeitig die Zufahrt zum Wohngebiet Reuthsee darstellt. Bürgermeister Karsten Fischkal (FW) hat er um eine Stellungnahme zu dieser Anfrage gebeten.
Fischkal sieht es genauso wie Oetzel. 70 km/h wären "zwingend notwendig", schreibt er in seiner Stellungnahme. Und versichert, dass die Gemeinde bereits viele Anläufe in diese Richtung unternommen habe. Bisher ohne Erfolg, doch, so Fischkal, "dank Innenminister Herrmann wurde zumindest das Ortsschild im Bereich des Kindergartens/Gemeindezentrums um 100 Meter nach außen versetzt".
Der Bürgermeister führt eine Messung aus dem Jahr 2017 an: Fahrzeuge fahren dort im Durchschnitt 75 bis 80 km/h, aber auch Spitzengeschwindigkeiten bis zu 150 km/h seien gemessen worden.
Fischkal weiter: Die Anwohner vor allem im Bereich der Kaspar-Lang-Straße, Albert-Schweitzer-Straße, Vogtlandstraße, Egerlandstraße und der Thüringer Straße sowie des Baugebiets "Am Grünsee" würden aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens unter zunehmendem Verkehrslärm leiden.
Ein Ingenieurgutachten aus dem Jahr 2014 sei zum Ergebnis gekommen, dass eine Geschwindigkeitsreduzierung von derzeit 100 km/h auf 70 km/h zu einer gefühlten Verringerung des Lärmpegels von rund 40 Prozent führen würde.
Ein weiteres Büro, das die Gemeindeverwaltung beauftragt hatte, kommentiert die Sichtverhältnisse (Oktober 2016). Die Sicht sei demnach bei einer Geschwindigkeit von 70 km/h frei von Bewuchs und anderen Hindernissen, nicht aber bei 100 km/h. Fischkal fasst zusammen: "Eine Reduzierung der Geschwindigkeit auf der Staatsstraße 2264 wäre eine Win-Win-Situation für alle!" Zumal durch das Wohngebiet Reuthsee bis zu 500 Wohneinheiten angebunden würden. Allerdings: Ministerium und Regierung von Mittelfranken sehen im genannten Bereich weder "eine besondere Gefahrenlage", noch "ständige Hindernisse, die eine Geschwindigkeitsbegrenzung rechtfertigen" würden.


Zebrastreifen gefordert

Im Bereich des Gemeindezentrums schlug Raimar Oetzel einen Zebrastreifen vor, da hier Kindergartenkinder die Straße kreuzten und viele Schulkinder auf Busse warten. Die Regierung von Mittelfranken verweist auf eine bereits bestehende Querungshilfe. "Eine besondere Unfallauffälligkeit oder gar Unfallhäufung liegt nicht vor", so dass ein Zebrastreifen nicht erforderlich sei.


Tempolimit am Frankenring

Einen Zebrastreifen zusätzlich zur Ampelanlage am Fußgängerüberweg Oesdorfer Straße sei laut Regierung rechtlich nicht durchsetzbar.
Ebenso eine Geschwindigkeitsreduzierung auf 50 oder 70 km/h am Beginn der Siedlung Frankenring aus Richtung Weppersdorf, weil die Ortstafel aus Weppersdorf kommend aus mindestens 200 Metern Entfernung schon sichtbar sei.