Deutlich erleichtert geht Manfred Lukasch am Mittwochabend aus dem Krippenmuseum auf dem Wormser-Gelände im Welkenbacher Kirchweg. "Wir haben Unterstellplätze für alle unsere Vitrinen und Krippen. Familie Bohn aus Niederndorf stellt uns ihre Scheune zur Verfügung, um dort die Vitrinen nach ihrem Abbau zu lagern", sagte Manfred Lukasch, der Vorsitzende.
Am Mittwochabend traf man sich mit Stadträten, um die Probleme, die der geplante Abbruch der alten Spedition Wormser mit sich bringt, zu erläutern und eine Lösung zu suchen.
Räume, um den Fortbestand des Krippenmuseums zu sichern, hat man noch keine gefunden. "150 bis 200 Quadratmeter brauchen wir, um das Museum in dieser Größe wieder aufbauen zu können. Am besten ebenerdig, um auch älteren Menschen und denen, die im Rollstuhl sitzen, den Zugang in das Museum - der Eintritt ist frei - zu gewähren.
Es wäre so schade, wenn wir nichts Neues fänden, das wir auch halten können und nicht in ein paar Jahren schon wieder raus müssen", meinte Lukasch.
Der Vorschlag von Britta Dassler, die Räumlichkeiten der Singschule zu verwenden, um das Stadtmuseum auf der einen Seite und das Krippenmuseum auf der anderen an einen Ort zu bringen und diesen somit interessanter zu machen, gefiel auch Renate Schroff, jedoch müsse an dem Gebäude mehr gemacht werden als von außen ersichtlich. Gotthard Lohmaier hingegen möchte auch noch eine andere Möglichkeit für den Verein haben: "Die Räume in der Singschule sind klein und die Treppen eng und steil. Das ganze wird für Menschen im Rollstuhl nicht leichter werden."
Ein weiterer Vorschlag war die alte Schule in Haundorf. Dort finden nach wie vor die Krippenbaukurse statt. Eine sichere Zusage, dass dieses Gebäude bis 2015 weiter benutzt werden kann, gab es von Seiten des Bürgermeister German Hackers (SPD) bereits. Jedoch hat Lukasch Bedenken, dass man danach auch dieses Gebäude räumen müsse, da es eventuell verkauft werden würde. Der Stadtrat entgegnete, dass dieses Gebäude erhalten bleibe. Im Gegenteil: Wenn der Kindergarten dort ausziehe, könnte das Krippenmuseum aufgebaut werden. Doch dies sei keine Aktion, die von heute auf morgen über die Bühne gehe, da die Räume noch anderweitig genutzt werden.
Am Ostersonntag wird das Museum das letzte Mal seine Türen öffnen. Danach, ab dem 8. April, geht es an den Abbau. "Die Luftpolsterfolien und Schaumstoffe stehen schon bereit", berichtete der Zweite Vorsitzende Werner Heilmann. Es müsse alles verpackt werden, um Schäden zu vermeiden. Alles werde den Umzug in die Zwischenlager nicht unbeschadet überstehen, gab Manfred Lukasch zu bedenken.
Teils in den Raum eingepasste Ausstellungskästen werden nirgends mehr passen. "Wenn bis 2015 keine neuen Räume gefunden werden, verkaufen wir die Krippen. Aber bis dahin werden wir erst mal alles lagern und hoffen auf neue Möglichkeiten, um das Museum wieder eröffnen zu können."
Bis dahin jedoch werden die Gäste wie gewohnt jeden Sonntag von 14 Uhr bis 17 Uhr und darüber hinaus Gruppen oder Schulen und Kindergärten nach Absprache vom Verein willkommen geheißen.