"Im Landkreis Erlangen-Höchstadt wird kein neues HÖS-Kennzeichen mehr ausgegeben", hatte Landrat Eberhard Irlinger (SPD) bis zu seinem Ausscheiden aus dem Amt mehrmals erklärt. Irlingers Entscheidung hob sein Nachfolger Alexander Tritthart (CSU) auf und ab Frühjahr 2015 konnten wieder Autos mit "HÖS" zugelassen werden. Mittlerweile sind im Landkreis schon wieder 4491 Fahrzeuge mit HÖS-Kennzeichen unterwegs.

Überwiegend natürlich in und um Höchstadt. Die beiden Höchstadter Jochen Tohol und Johannes Denzler hatten im Sommer 2014 eine Initiative gestartet und 1400 Unterschriften gesammelt. Landrat Tritthart führte die Initiative zum Erfolg.

Als HÖS wieder eingeführt wurde, habe es einige Wechsel von ERH gegeben, teilt Landratsamt-Pressesprecherin Hannah Reuter mit. Dieser Trend habe inzwischen nachgelassen.
Manche weichen auch von ERH auf HÖS aus, weil hier ihre Wunsch-Buchstabenkombination noch zu haben ist.

Wer ein solches Wunschkennzeichen möchte, muss dafür noch 10,20 Euro Aufschlag auf die 26,90 Euro Zulassungsgebühr zahlen. Laut dem EDV-System der Zulassungsstelle wäre die aktuelle Serie derzeit ERH-YQ ... "Wer das nicht will, hat ein Wunschkennzeichen", sagt Reuter.


Bundesweit vorgeschrieben

Dafür muss die Zulassungsstelle den Aufschlag verlangen. Die "Gebührenordnung für Maßnahmen im Straßenverkehr" schreibt dies so vor, weil in das EDV-Programm eingegriffen wird. Der zusätzliche Aufwand wird verrechnet. Gegen diese Bundesverordnung habe es auch schon Klagen gegeben, die aber keinen Erfolg hatten, weiß die Pressesprecherin.

Auch wer seine alten Nummernschilder auf ein neues Fahrzeug übertragen möchte, muss die Wunschkennzeichen-Gebühr berappen. Dafür hat so mancher Autofahrer zwar kein Verständnis, kommt aber nicht umhin.
Es gibt allerdings auch Bürger wie Andreas Gosch. Er verlagert seine Firma von Nürnberg nach Gremsdorf und hat gestern auf der Zulassungsstelle in Höchstadt sein Wunschkennzeichen eintragen lassen. "Wenn ich alle drei bis fünf Jahre ein Auto zulasse, stören mich die zehn Euro nicht", sagt er ganz offen. Sich über diese Vorschrift aufzuregen, helfe ohnehin nichts. Ein junger Autohändler, der in den vergangenen drei Jahren rund 50 Autos auf sich angemeldet hat, hat die 500 Euro Wunschkennzeichen-Gebühr, wie er sagt, klaglos akzeptiert.

Im gegenüber der Zulassungsstelle liegenden Schilderladen halten sich die Proteste über den Aufschlag sehr in Grenzen. "Die Leute freuen sich über ihre Wunschkennzeichen und sind sogar etwas stolz", sagt die Dame hinterm Tresen. Da darf es ruhig mal etwas mehr kosten.