Bereits im fünften Jahr findet in der Grund- und Mittelschule des Liebfrauenhauses in Herzogenaurach eine Berufsorientierungswoche statt. Der Abschluss der Woche, sie hat am Montag begonnen, war am Donnerstag. Am Freitag wird das Ganze mit einem Faschingsball gefeiert.

"Ich kann mich noch sehr gut an den ersten Termin erinnern. Es war ein Alptraum, bis die Organisation fertig war. Heute haben wir viele junge Kollegen, die sich am PC auskennen, so dass die Planung wesentlich schneller und komfortabler abläuft", sagte Konrektorin Heike Witthus bei der Begrüßung der geladenen Gäste.

Viele der Referenten kommen bereits routinemäßig. Insgesamt wurden in diesem Jahr 60 Workshops angeboten. Während der Berufsorientierungswoche wird der Unterricht aufgelöst, um den Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, an den unterschiedlichen Workshops teilzunehmen. Die Lehrer der Klassen sieben bis neun haben dazu Experten aus Industrie, Handel, Handwerk, Dienstleistung sowie Innungen und Gewerkschaften eingeladen. Den Schülern bietet sich dadurch die Möglichkeit, sich intensiv mit den verschiedensten Facetten des Berufslebens auseinanderzusetzen und sich von Fachleuten beraten zu lassen.

Viele Betriebe laden die Schüler zu praktischen Anwendungsmöglichkeiten ein. Es gibt aber auch die Möglichkeit, sich über Vorstellungsgespräche zu informieren, Einstellungstests zu üben, bis hin zum Angebot, Bewerbungsunterlagen anzufertigen.

Die Koordination dieser Woche liegt jeweils bei den Klassenleitern der 8. Jahrgangsstufe, in diesem Jahr Johannes Helgert und Peter Popp. Zur Koordination gehört unter anderem das Catering für die Referenten und die Erstellung eines individuellen Stundenplanes für jeden teilnehmenden Schüler. Damit dies reibungslos funktioniert, werden die beiden Klassenleiter durch die Kollegen der siebten und neunten Klassen unterstützt.
Zu Gast war am Donnerstag die Dachdeckerinnung, vertreten durch die Firma Scheer aus Herzogenaurach sowie dem Jugendbeauftragten des Kompetenzzentrum Dachtechnik Waldkirchen, Jürgen Lehner. Die Jugendlichen mussten bei diesem Workshop - ein Foto diente als Vorlage - eine kleine Dachfläche mit Ziegeln decken, wobei alle ihre Freude hatten. Dass nicht nur Jungs arbeiten können, zeigten die beiden Mädels Vanessa und Eileen. "Die Woche bietet eine richtig gute Möglichkeit, sich über die umfangreichen Berufsangebote zu informieren", meinte Eileen Winkelmann.

Ebenso mit Freude war Vanessa Müller bei der Sache. "Ich weiß zwar schon, was ich werden will - mein Traumberuf ist Archäologin. Ich finde diese Art, sich für das Berufsleben vorzubereiten, dennoch sehr gut." Das Angebot der Dachdeckerinnung, Herzen aus Schieferplatten zu schlagen, kam nicht nur bei den Schülern gut an. Auch Lehrer und Bürgermeister Hacker zeigten, dass sie handwerklich durchaus geschickt sind.