Bürgermeister Heinrich Süß (UWG) konnte die Befürchtung zwar noch nicht teilen, denn die Bedarfsmeldungen gebe es erst im April. Da aber die vom Bauträger geplante Kindertagesstätte auf dem ehemaligen Salota-Gelände am nördlichen Ortsrand nicht zum Tragen komme, beschäftige sich die Verwaltung bereits mit der Schaffung von Betreuungsplätzen. "Im April wissen wir mehr", erklärte der Bürgermeister dazu.
In der Begründung des CSU-Antrages hieß es: "Waldkindergärten erfreuen sich nicht nur großer Beliebtheit bei Eltern, sondern können auch mit einem pädagogisch wertvollen Betreuungskonzept aufwarten. Die Marktgemeinde besitzt selbst Waldflächen, die möglicherweise für einen Waldkindergarten geeignet sind. Die Einrichtung von Waldkindergärten wird natürlicherweise nicht durch eine Vielzahl baulicher Vorschriften erschwert, daher erscheint es der CSU-Fraktion lohnenswert und sinnvoll, umgehend die gemeindeeigenen Flächen im Wald auf eine Eignung hin zu prüfen und mit möglichen Trägern Kontakt aufzunehmen."
Christiane Kolbet (Grüne) zeigte sich über den Antrag verwundert, denn von einem Engpass sei nie die Rede gewesen. Die CSU trage so zur Verunsicherung der Eltern bei. "Der Antrag ist zu kurz gedacht und es gibt bei der Errichtung eines Waldkindergartens durchaus bauliche Vorschriften", erklärte Kolbet. Es sei unverantwortlich, "Kinder in einem Steckerleswald zu betreuen". Es müssten Fluchtwege gesichert und der Brand- und Blitzschutz gewährleistet sein. "Ein Hopplahopp haut da nicht hin", kritisierte Kolbet.
"Dass sie keinen Bedarf sehen, ist ja bekannt", antwortete Angelika Tritthart, Mitunterzeichnerin des Antrags, und gab der Verwaltung den Ratschlag, sich zu Fragen der Bauvorschriften an Frau Kolbet zu wenden, die sich ja bestens auskenne. Auch Kathrin Rascher (SPD) sah derzeit keinen Bedarf an Kita-Plätzen, sondern eher einen Bedarf an Krippen- und Hortplätzen. Ute-Christine Geiler (CSU) dagegen sieht schon einen Bedarf an Kita-Plätzen, was sich bei den Bedarfsmeldungen sicher herausstellen werde. Deshalb sollten die Voraussetzungen für einen Waldkindergarten rechtzeitig abgeklärt werden. Bevor die Diskussion noch weiter ausufern konnte, wies Günther Vogel (BWG/FW) darauf hin, dass im Antrag stehe, dass es noch nicht um die Errichtung gehe, sondern um eine Prüfung eines Standortes, und dass der zweite Schritt immer nach dem ersten komme.
Zum Thema äußerten sich am Ende auch der Sitzung beiwohnende Erzieherinnen. Sie begrüßten den Antrag, denn das Lernen in der Natur sei für Kinder ein wichtiger Schritt in der Entwicklung. Dazu gehörten auch spielerische Erlebnisse im Wald, überhaupt Elementares wie Wasser, Dreck, Gebüsche. Dem Antrag der CSU wurde am Ende zugestimmt.