Gudrun Müller hatte schon so eine Ahnung. Die Vorsitzende des VdK-Ortsverbandes Aurachtal-Oberreichenbach hatte im Vorfeld der Jahreshauptversammlung gut 60 Mitglieder angerufen oder persönlich aufgesucht, um deren Bereitschaft zur Übernahme eines Vorstandspostens abzufragen. Es wollte jedoch niemand Verantwortung übernehmen, und so fanden sich gerade einmal zehn Mitglieder zur Versammlung im Gemeindehaus der evangelischen Kirche Münchaurach ein.
Das seien diejenigen, die sowieso immer da sind, um zu helfen und den Vorstand zu unterstützen, lobte Gudrun Müller. Um die anstehende Neuwahl durchzuführen, fehlten allerdings die Kandidaten. Deswegen übernimmt der derzeitige Vorstand die Geschäfte für ein Jahr in reduzierter Form.
Das heißt keine Veranstaltungen, Ausflugsfahrten und andere Aktivitäten, aber auch keine Besuche bei Geburtstagen und Beerdigungen.
Wenn sich in den kommenden zwölf Monaten kein neuer Vorstand findet, steht die Auflösung des Vereins im Raum. Dies sollte nach den mahnenden Worten der VdK-Kreisgeschäftsführerin Elisabeth Paulus und Bürgermeister Erwin Schopper (FW) der allerletzte Weg sein. Beide appellierten an alle Mitglieder, sich zu überlegen, ob sich nicht ein Weg findet, einen Verein wie den VdK Ortsverband Aurachtal-Oberreichenbach am Leben zu erhalten. Notfalls könne die Arbeit des Vorstands auf mehrere Schultern oder Beisitzer aufgeteilt werden. Es wäre schade, wenn die Gemeinde Aurachtal einen Verein verlieren würde, der in den zurückliegenden Jahren sehr viel getan hat, vor allem im Bereich der Senioren.
Wie Gudrun Müller in ihrem Bericht erwähnte, mussten im vergangenen Jahr viele Termine mangels Teilnahmebereitschaft abgesagt werden. Es mache keinen Spaß, sich die Arbeit zu machen, Termine und Veranstaltungen zu planen, die dann abgesagt werden müssen. Wie Kassier Werner Hager im Anschluss an seinen Kassenbericht feststellte, "ist das einzige an diesem Verein, was gesund ist, die Kasse".
Ein erfreulicher Punkt stand aber noch auf der Tagesordnung, und der hieß "Ehrungen". Anwesend waren aber nur Helmut Dürre (zehn Jahre Mitgliedschaft) und Maria Müller (40 Jahre Mitgliedschaft). Es fehlten Carola Zenkel, Anneliese Hetzler, Peter Mohr, Maria Hofer-Mages und Maria Scharf (zehn Jahre) und Maria Seitz (25 Jahre).