Das Ziel, sich im Schulverbund Höchstadt gegenseitig zu stützen, sei nicht erreicht worden, stellt Uehlfelds Bürgermeister Werner Stöcker (CSU) fest. Er möchte mit aller Macht die Mittelschule Uehlfeld erhalten, sieht dafür aber im Verbund Höchstadt die Chancen schwinden. "Wir sind ständig nur Schülerlieferant", klagt der Bürgermeister.

Im gemeinsamen Schulverband mit Dachsbach und Gerhardshofen hat Uehlfeld jetzt beschlossen, zum Schuljahr 2016/2017 aus dem Mittelschulverbund Höchstadt auszusteigen und in den Verbund Neustadt/Diespeck zu wechseln.

Als der Verbund 2010 gegründet wurde, seien die Zusagen von Höchstadt interessanter gewesen als die von Neustadt, sagt Stöcker, doch sie hätten sich leider nicht erfüllt. Die Schüler sollten dort zur Schule gehen, wo sie wohnen. In kleinen Klassen würden sie auch besser lernen.
Im kommenden Schuljahr starten in Höchstadt vier fünfte Klassen mit 13 Schülern aus Uehlfeld. Für Uehlfeld selbst bleibt nur noch eine kleine Fünfte mit 15 Leuten.

Stöcker sieht seine Mittelschule in Gefahr. Für ihn ist sie ein wichtiger Teil der Infrastruktur. Und man habe auch Verantwortung dem Steuerzahler gegenüber, wurde die Schule doch erst für 4,7 Millionen Euro saniert.

Uehlfelds Rektorin Claudia Finck trägt die "rein politische" Entscheidung mit. Von Neustadt sei ihr zugesichert worden, dass alle Klassen gehalten werden. Im kommenden Schuljahr besuchen 75 Schüler in fünf Klassen die Uehlfelder Mittelschule.

Für den Höchstadter Schulverbund-Koordinator Michael Ulbrich geht es um die Frage, einen Schulstandort zu halten, oder das Bildungsangebot für die Kinder zu verbessern. Freiwilligkeit und Wahlfreiheit haben für ihn Priorität. Eltern sollen wählen können, ob sie für ihre Kinder das gebundene Ganztagsangebot nehmen, wie es in Höchstadt und Mühlhausen angeboten wird.

Wenn nach der Grundschule 40 Prozent ins Gymnasium gehen und weitere 40 in die Realschule, bleiben für die Mittelschule gerade mal 20 Prozent. "Und die sollen dann auf viele Schulhäuser verteilt werden?", fragt sich Ulbrich. Man sei immer sehr bemüht gewesen, am Standort Uehlfeld auch kleine Klassen zu bilden, obwohl es keine extra Lehrerstunden-Zuweisungen für kleine Klassen gibt.

Im Grundschulbereich würde Ulbrich den Kampf um Schulstandorte unterstützen, aber nicht bei weiterführenden Schulen. Ulbrich zum Wechsel des Schulverbundes: "Der Gang nach Neustadt wird an den Problemen in Uehlfeld nichts ändern."