Rund 7000 Jugendliche werden es wohl gewesen sein, die heuer im Juli zum zweiten Techno-Festival "Daycation" nach Höchstadt gepilgert waren. Das Festival soll nun in Höchstadt Wurzeln schlagen.

Überlegungen, mit Daycation von Höchstadt abzuwandern, hatten Veranstalter Lion Heuschkel und seine Mitstreiter wieder verworfen. Heuschkel: "Wir haben hier unsere Wurzeln, unsere Fangemeinde und Befürworter." Im kommenden Jahr will der Techno-Fan das Festival allerdings auf zwei Tage ausdehnen.

Heuschkels Antrag dafür fand in der Stadtratssitzung am Montagabend mit 19:4 Stimmen eine breite Mehrheit. Allerdings wurden vorher eine Stunde lang Argumente für und Bedenken gegen das Festival ausgetauscht. Die vereinzelten Gegenstimmen kamen dabei aus allen Fraktionen.


Sein Vorhaben, das Techno-Festival auf zwei Tage auszudehnen, begründete der Organisator damit, dass eine nur eintägige Veranstaltung in dieser Art nicht mehr durchführbar sei. Die auftretenden großen Künstler würden hohe Anforderungen stellen. Dafür brauche er die Einnahmen eines zweiten Öffnungstages und auch Übernachtungsmöglichkeiten für die Fans. Ums Freibadgelände sollen Camping- und Parkplätze ausgewiesen werden, mit den Grundeigentümern will er jetzt verhandeln.

Sofort auf Zustimmung stieß Heuschkels Antrag bei Georg Schockel (CSU). Der Senior im Stadtrat, der auch jahrelang als Cheforganisator fürs Höchstadter Altstadtfest verantwortlich war, fährt seine Enkel lieber zu Daycation nach Höchstadt als in eine nahe Großstadt. "Ein Tag ist ein Draufzahlgeschäft", stimmte er dem Festival-Manager zu.

Ein klares Bekenntnis für das Festival gab auch Bürgermeister Gerald Brehm (JL) ab: "Wir sind gefordert, mehr für die Jugend zu tun als die Kirchweih." Er sieht das Festival "sehr positiv für die Region". Die Beschwerden der Bevölkerung über Daycation hätten sich in den ersten beiden Jahren in Grenzen gehalten, stellte Brehm fest. Bei der Kirchweih gebe es mehr Klagen. Die Stadt verlange für diese kommerzielle Veranstaltung Gebühren und stelle die Bauhof-Leistungen in Rechnung. Brehm machte deutlich, dass der Stadtrat einen Grundsatzbeschluss fassen, die Art und Einhaltung der Auflagen aber der Verwaltung überlassen müsse.

"Höchstadt sollte froh sein, ein solches Festival zu haben", argumentierte JL-Sprecher Michael Ulbrich. Eine solche Großveranstaltung sei auch ein Motivationsschub für die Jugend. Er warnte davor, aus Bedenken heraus abzulehnen.

Als erster Gegner einer Verlängerung des Festivals auf zwei Tage outete sich SPD-Sprecher Andreas Hänjes. Man habe nicht die Logistik, kein abgeschlossenes Gelände, zudem müssten zwei Straßen gesperrt werden. Dieser Haltung schlossen sich Josef Beßler und Jeanette Exner (beide JL) an. Exner würde das Festival lieber auf den Aischwiesen sehen.

Ein beeindruckendes Plädoyer für ein zweitägiges Daycation hielt die Sprecherin des Jugendparlaments, Juliane Säger.

Initiator Heuschkel war nach der Sitzung positiv überrascht. Mit einer so deutlichen Zustimmung hatte er nicht gerechnet.