Den Tabellenführer entzaubern hatten sich die Spieler des Höchstadter EC für das Spitzenspiel der Eishockey-Bayernliga vorgenommen. Und die Statistik sprach nach 60 umkämpften, aber fairen Minuten klar für die Alligators. Abgesehen von den zweiten zehn Minuten im ersten Drittel machten sie das Spiel, setzten mehr Akzente und ließen in Sachen Einsatzfreude die Herzen der Fans höher schlagen. Dazu gaben die Aischgründer mindestens doppelt so viele Torschüsse ab wie die Löwen und hätten zumindest das Unentschieden verdient gehabt. Doch es schlich sich auch die eine oder andere Unkonzentriertheit ein, die die Gäste eiskalt nutzten, um ihre Siegesserie auszubauen.

Höchstadter EC - EHC Waldkraiburg 3:5

Der Tabellenführer wirkte in den ersten Minuten nervös, was der HEC natürlich sofort bemerkte und den Kasten von Goalie Patrick Vetter gleich ins
Visier nahm. Doch Markus Babinsky (2.) und Simon Knaup (3.) scheiterten. Dann kam es knüppeldick. Jiri Ryzuk bekam den Puck ans Handgelenk und musste vom Eis (4.). Nach Kapitän Daniel Sikorski, der wegen einer Erkältung hatte passen müssen, fehlte ab da eine weitere Stütze in der Defensive der Alligators. Trotzdem hielten die Hausherren das Tempo hoch und hatten durch Knaup eine weitere gute Chance. Dann aber wurde Wagner nicht entschieden genug angegriffen und traf nach einem Alleingang über das halbe Feld zum 0:1 (9.). Dabei machte Ronny Glaser im Höchstadter Tor nicht die beste Figur. Auf der anderen Seite scheiterte Daniel Jun an Vetter und kam sich dann mit Ales Kreuzer ins Gehege, was einen Konter begünstigte, den Vogl zum 0:2 nutzte (12.). Der HEC war nun von der Rolle und wurde regelrecht belagert. Nur Glaser war es in drei, vier Situationen zu verdanken, dass der Rückstand zur Drittelpause nicht noch größer wurde.

HEC trifft ins falsche Tor

Im zweiten Abschnitt machten die Hausherren wieder eine deutlich bessere Figur, übernahmen das Kommando. Marc Kaczmarek und André Lenk hatten bei einer Doppelchance kein Glück (23.) - und dann kam auch noch Pech dazu: Glaser riss bei einem Schuss von Vogl reaktionsschnell den Arm nach oben, lenkte den Puck aber an Lenks Brust, von wo er ins Tor trudelte (26.). Der Goalie zog die Konsequenz, machte Platz für Philipp Schnierstein. Ein deutliches Signal, dass der HEC sich nicht geschlagen geben wollte. Dazu drehten die Panzerechsen nun noch einmal an der Tempo-Schraube, setzten sich im Drittel der Waldkraiburger fest und wurden endlich belohnt: Nach einem Pfostentreffer von Markus Babinsky staubte Thilo Grau zum 1:3 ab (28.). Höchstadt setzte nach, Alex Funk war aber ebenso erfolglos wie Jun, der von der blauen Linie abzog. In der Schlussphase fehlte dann etwas die Geduld, einige Aktionen wurden zu früh abgeschlossen und so brachte auch das sonst so tadellose Überzahlspiel gegen den gut organisierten Spitzenreiter nichts Zählbares.

Es roch nach Debakel

Der Beginn des Schlussdrittels war das Spiegelbild des Mittelabschnitts. Der HEC kam mit viel Energie aus der Kabine, doch weder Babinsky (43.) noch Martin Vojcak (44.) schafften es, den starken Vetter zu überwinden. Stattdessen zog Andrä aus halblinker Position ab und traf zum 4:1 ins lange Eck, weil Schnierstein den Handschuh nicht schnell genug ausfuhr (45.). Als nach Kreuzers Fehlschuss Vogl einen weiteren Konter zum 1:5 nutzte (47.) roch es nach Debakel, obwohl sich die Alligators nichts vorzuwerfen hatten. Und die Flinte ins Korn werfen kam nicht in Frage. Höchstadt nutzte eine Auszeit, um sich noch einmal zu straffen und stellte alle Zeichen auf Angriff. Daniel Tratz bediente Knaup, der trocken zum 2:5 einnetzte (53.). Danach zielten Tomas Urban und Jun jeweils zu hoch, Patrick Dzemla scheiterte und auch vier Minuten Überzahl zum Schluss brachten keine Wende mehr. Zwar stocherte Jun die Scheibe noch irgendwie zum 3:5 durch Vetters Schoner (59.) und auch danach gab es noch Chancen, doch der HEC belohnte sich nicht.

Die Statistik zum Spiel

Höchstadter EC - EHC Waldkraiburg 3:5 (0:2, 1:1, 2:2)

Höchstadter EC: Tor: Glaser (26. Schnierstein); Verteidigung: Stütz/Babinsky, Ryzuk/Knaup, Kaczmarek;
Angriff: Jun/Grau/Kreuzer, Urban/Vojcak/Funk, Tratz/Lenk/Dzemla

EHC Waldkraiburg: Tor: Vetter; Verteidigung: Pfeiffer, Kanzelsberger, Rott, Andrä, Tokarev, Seifert;
Angriff: Marek, Kaltenhauser, Sorsak, Spindler, Wagner, Hipetinger, Hämmerle, Führmann, Vogl, Hagemeister

SR:
Roland Wittmann, Dennis Miel, Thomas Raidl
Zuschauer: 500
Tore: 0:1 Wagner (9.), 0:2 Vogl (12.), 0:3 Vogl (26.), 1:3 Grau (28.), 1:4 Andrä (45.); 1:5 Vogl (47.), 2:5 Knaup (53.), 3:5 Jun (59.)
Strafzeiten: 2/8