Axel Rogner wird der vorerst letzte Präsident des Höchstadter EC gewesen sein. Bei der Hauptversammlung im Maria-Elisabeth-Schaeffler-Saal der Fortuna Kulturfabrik fand sich unter den rund 40 anwesenden Mitgliedern kein Nachfolger für den streitbaren Vereinsgründer, der seinen Rückzug schon Ende Januar bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung angekündigt hatte. Bereits damals hatte sich abgezeichnet, dass niemand das schwere Erbe antreten würde.

Das Dilemma ist die immense Verantwortung, die auf den Schultern einer einzelnen Person lastet. Denn der HEC ist mehr als nur ein Verein, er ist "ein kleines Unternehmen", sagte Rogner. Nicht wegen seiner 450 Mitglieder, sondern weil - betrachtet man Ausgaben und Einnahmen - jedes Jahr eine knappe Million Euro hin und her bewegt wird. Das Ehrenamt des Präsidenten wird da zum Full-Time-Job und kann nicht einfach neben dem Beruf herlaufen. Das hatte auch Rogner zu spüren bekommen und war schweren Herzens zurückgetreten.

Doch der HEC-Macher präsentierte eine Lösung, die sich schon in den letzten Monaten als praktikabel erwiesen hatte und bei den Mitgliedern auf einhellige Zustimmung stieß: Der Verwaltungsrat mit Rogner an der Spitze wird die Geschäfte des Vereins zusammen mit den Mitgliedern des Präsidiums führen. Die Verantwortung liegt also nicht bei einem Einzelnen, sondern bei einem mehrköpfigen Gremium. Alle Personen, die für einen Posten vorgeschlagen wurden, so auch der neue Jugendleiter Joerg Söhnlein und Neu-Verwaltungsrat Martin Schröder, erhielten die Stimmen aller anwesenden Mitglieder.

Unter dem Strich ein leichtes Minus

Ein zentrales Thema bei der Hauptversammlung waren auch die seit Anfang des Jahres gegen den HEC laufenden Ermittlungen der Steuerfahndung. Neue Erkenntnisse gebe es hier nicht, was Rogner als positives Zeichen wertete. Gleichwohl betonte er, dass der Verein intensiv an der Aufarbeitung der finanziellen Verstrickungen arbeitet - nun auch an der Seite eines neuen Steuerberaters.

So seien offene Posten von knapp 90 000 auf rund 12 000 Euro reduziert worden, die Forderungen des Finanzamts beliefen sich nicht mehr auf 55 000 sondern nur noch auf etwa 4000 Euro. "Als einziger Verein in Höchstadt haben wir Gewerbesteuer gezahlt, insgesamt 36 000 Euro", berichtete Rogner. Diese könnte zurückerstattet werden, allerdings müsse sich der HEC darauf einstellen, Lohnsteuer nachzuzahlen. Das Geschäftsjahr 2014/2015 sei zufriedenstellend verlaufen, auch wenn unter dem Strich ein leichtes Minus von rund 7000 Euro zu verzeichnen ist. Insgesamt häufte der Verein bis einschließlich Mai 446 650 Euro an Ausgaben an, wobei der Spielbetrieb mit 260 000 Euro - davon 175 000 Euro Spielergehälter - der mit Abstand größte Posten ist.

Der höchste Wert seit zehn Jahren

Aber auch die Nachwuchsabteilung mit rund 40 000 Euro und nicht näher bezifferte sonstige Kosten von 96 000 Euro belasteten die Kasse. Mit Mitgliedsbeiträgen (30 000 Euro) lässt sich das natürlich nicht auffangen. Umso wichtiger war das sportlich sehr gute Abschneiden der Alligators. "Wir hatten durchschnittlich 700 Zuschauer bei Heimspielen. Das ist der höchste Wert der letzten zehn Jahre", freute sich Rogner. Die insgesamt 15 000 Zuschauer brachten dem HEC 67 000 Euro an Eintrittsgeldern ein. Wichtigstes Standbein des Höchstadter EC sind jedoch die Werbeinnahmen, die mit 237 000 Euro immens und lebenswichtig sind. Insgesamt hatte der Verein in den vergangenen zwölf Monaten Einnahmen von 439 000 Euro.

Allerdings muss für das neue Jahre der Rotstift angesetzt werden. Nicht zuletzt, weil der anstehende Stadionumbau und eine angedachte, zusätzliche Sitzplatztribüne, die heuer aber nicht mehr zu realisieren ist, hohe Investitionen nötig machen. Der HEC kalkuliert mit Einnahmen zwischen 320 000 und 420 000 Euro - je nachdem, wie lang die Bayernliga-Saison für die Alligators geht. Die Ausgaben dagegen sollen möglichst 350 000 Euro nicht überschreiten. Dafür ist es nötig die monatlichen Fixkosten einzudämmen. "Wir haben den Etat im Spielerbereich um 20 Prozent gekürzt. Unter anderem haben wir für den Verein nachteilige Vertragsklauseln mit Hilfe des Steuerberaters so verändert, dass es für uns passt", sagte Rogner.