"Mit Simon macht es super viel Spaß aufzunehmen, da fühl ich mich total wohl", schwärmt Enikö Juhasz von ihrem Schulkameraden und Produzenten Simon Hestermann. Die beiden 16-Jährigen haben zusammen bereits vier Songs geschrieben und produziert. Die Single "Spread" mit drei der Songs ist jetzt im Online-Handel erhältlich.
Simon Hestermann, 16 Jahre alt, aus Münchaurach: "Mit fünf Jahren habe ich angefangen, Klavier zu spielen; und irgendwann dachte ich mir, ich spiele mal was Eigenes und nehme das dann auf." Dabei blieb es jedoch nicht. Der junge Bub spielte mit der neuen Software herum, bis von dem Klavier nicht mehr viel übrig war, fügte Synthesizer hinzu und erstellte einen Beat für das Gespielte. Fertig waren die ersten selbst geschriebenen Melodien und Klänge. "Inspiriert war ich nicht nur von neuer Chart-Musik, mich haben auch immer Legenden wie "Pink Floyd" und die klassische Klavierausbildung geprägt.
Es ging und geht mir auch nicht immer darum, was andere denken oder wie ein Werk ‚stand-alone' absolut zu beurteilen ist, sondern dass ich mit mir selbst zufrieden bin, aus dem, was da ist, das Möglichste herausgeholt zu haben", erzählt der Schüler. Mit der Zeit wurde man aufmerksam auf den Münchauracher.

Gleich das Mastering übernommen

Für sein erstes größeres Projekt, das Kölner Tournee-Musical "Sing Hallelujah", sollte er im Alter von 13 Jahren die Veröffentlichung im Internet leiten und umsetzen, und er übernahm auch gleich das Mastering. "Das Mastering ist der letzte, aber entscheidende Schritt für die ‚Konkurrenzfähigkeit‘ einer Produktion, vor der Vervielfältigung des Tonträgers oder eben der Freigabe im Netz", erklärt Hestermann seine Arbeit. "Neben vielen anderen Projekten und verschiedensten Produktionen wollte ich dann aber mit einem lokalen ‚Artist‘ auch einmal alles hier vor Ort ausprobieren. Mit einer anderen Partnerin ging das los."
Was damals nur "nebenherlaufende Experimente" des Teenagers waren, stieß bei anderen aber auch schon auf hohe Anerkennung, so auch bei Enikö Juhasz, seinem neuesten "lokalen Fang": "Ich habe ihn einfach mal gefragt, ob er nebenbei mit mir als Sängerin arbeiten möchte", erzählt die 16-jährige Herzogenauracherin schüchtern, "Und er meinte, ich soll ihm einfach mal etwas schicken." Dann ging alles schnell. "Die Aufnahme, die Eni mit dem Handy gemacht hat, war gut. ‚People Help the People‘ von Birdy war das. Und das hat mir gefallen - sie hatte eine sehr gute Intonation, und hat vor allem mit viel Emotionen gesungen, was bei dem Titel nicht einfach ist."
"Irgendwo hab ich im Internet mal einen Spruch gelesen, dazu sind mir dann noch mehr Zeilen eingefallen. Irgendwann war's dann ein Lied", beschreibt die 16-jährige Sängerin ihre ersten Erfahrungen beim eigenen "Songwriting". "Not Over You" war Enis erster Titel, den die beiden verwirklichten, danach folgten zwei Lieder von Simon Hestermann, und "Paradiseland" ist schließlich von beiden zusammen. "Eni hat in dem Song den Refrain geschrieben und ich den Rest. Wie es der Titel schon sagt, es geht um's Paradies", erklärt der Produzent.
Nachdem einige Probe-Takes der drei Songs aufgenommen waren, wurden die Anforderungen größer. "Wir sind nach Fürth zu Oskar Schrems gefahren, den kenne ich auch von anderen Projekten schon länger. Der hat ein Studio, das besser aufs Aufnehmen ausgelegt ist als meins und da hat Eni dann die Gesangsspuren eingesungen", beschreibt Simon Hestermann die wachsenden Ansprüche.

"Zuerst Klavier"

Aber der Gesang allein ist nicht alles. Das "Playback", für jeden Song von Simon Hestermann selbst geschrieben und entwickelt, wird oft noch einige Male geändert. "Meistens schreib ich zuerst eine Klavierbegleitung. Dann Gitarre, Bass und Streicher oder Synthesizer. Aber was dann am Ende wirklich mit reinkommt, weiß ich zu Beginn oft selbst noch nicht", verrät der 16-Jährige seine Geheimnisse. "Ich änder so lange dran rum, bis man sich's anhören kann." Und wenn es dann einmal fertig abgemischt und gemastert ist, kann man es auf Google Play, Amazon, Spotify oder auf iTunes herunterladen.
Wie es zusammen weitergeht? "Live hab ich zum Beispiel noch nie gesungen, muss aber auch nicht sein. Simon macht als Produzent aber sowieso eigene Pläne und hat ständig neue Projekte, und irgendwann werde ich mich vielleicht daran versuchen, wenn es soweit kommt", sagt Eni. Simon will auch beruflich den Weg als Produzent einschlagen und setzt sich ehrgeizige Ziele. "Demnächst verwirklichen mein Team und ich sogar ein Kinoprojekt, und an jeder Herausforderung wächst man unglaublich."