Egal ob Altenheime oder Einrichtungen für Menschen mit Behinderung, sie alle sind mit Personal nicht so ausgestattet, wie es sich viele wünschen würden. Gäbe es nicht überall engagierte ehrenamtliche Helfer, bliebe manche Zuwendung für die Bewohner auf der Strecke.

"Ehrenamtliche sind das Zuckerl. Sie übernehmen Dinge, die sonst im Alltag nicht möglich wären", sagt Katrin Heinz-Karg, die in der Behinderteneinrichtung der Barmherzigen Brüder in Gremsdorf die ehrenamtlichen Helfer koordiniert.

Solche Helfer bräuchte Heinz-Karg dringend noch mehr: "Leute, die unsere Bewohner regelmäßig betreuen." Von einmal in der Woche bis einmal im Monat sollte sich der Ehrenamtliche etwas Zeit nehmen. "Sonst ist es schwer, eine Bindung aufzubauen", sagt Heinz-Karg.
Man könne aber auch Wohngruppen besuchen und mit den Bewohnern Kuchen backen.


Nur einmal im Jahr

Zwar hat die Ehrenamt-Koordinatorin in der Gremsdorfer Einrichtung einen Stamm von 60 Helfern, davon sind aber nur 15 bis 20 regelmäßig aktiv. Viele seien leider nur einmal im Jahr bei Festen oder Englischkursen dabei, stellt Heinz-Karg fest. Von den über 300 Bewohnern werden nur 15 regelmäßig immer wieder vom selben Ehrenamtlichen besucht.

Weil es aber viel mehr Anfragen aus der Einrichtung gibt, werden in Gremsdorf dringend weitere Ehrenamtliche gesucht. Sie würden auf der einen Seite nicht nur ihre Zeit opfern, sondern auch viel zurückbekommen. Da gebe es beispielsweise drei ältere Damen, die mit ihren Veeh-Harfen regelmäßig erwartet werden und immer ein positives Feedback bekommen. Auch weil sie alte Lieder spielen, die sich die Bewohner wünschen.

Der Ehrenamtliche könne Menschen glücklich machen und deren Leben positiv bereichern, ist Heinz-Karg überzeugt. Ideal sei ein solcher Hilfsdienst auch für Menschen, die ihr Arbeitsleben gerade abgeschlossen haben und eine sinnvolle Beschäftigung suchen.

Immer offen für neue Helfer ist man auch im Höchstadter Vitanas-Seniorenzentrum St. Anna. Für dessen Leiterin Johanna Auerbeck wäre es ein Verlust, wenn sie ihre zehn Ehrenamtlichen nicht hätte. So pflegt im St. Anna einer das Aquarium, andere begleiten Bewohner bei Spaziergängen, spielen mit ihnen oder bringen sie zum Gottesdienst in die Kapelle des Hauses.

Ehrenamtliche für feste Termine zu gewinnen, sei dagegen schwierig, sagt Auerbeck. "Begleitdienste zum Arzt klappen nicht." Auerbeck wünscht sich mehr Betreuer, die regelmäßig Zeit haben.


Sprechen und die Hand halten

Eine solche ist Rosi Schulz aus Höchstadt, die vor 15 Jahren Unterschriften gesammelt und sich für den Erhalt eines Altenheimes in der Innenstadt eingesetzt hat. Zweimal wöchentlich besucht sie Bewohner in St. Anna, spricht mit ihnen, geht spazieren oder hält einfach ihre Hand. Rosi Schulz gefällt diese Aufgabe.

Mehr freiwillige Helfer für den Besuchsdienst hätte gerne auch Brigitte Manowetz, die Ehrenamt-Koordinatorin im BRK-Altenheim in Etzelskirchen. Viele ihrer Bewohner seien ohne Angehörige in der Nähe und würden sich über regelmäßige Kontakte freuen. Die rund 50 ehrenamtlichen Helfer leisten vorwiegend bei Veranstaltungen wertvolle Hilfe.