Aus Dessau war ein ganzer Bus angereist, aus der Schweiz waren Fans da und die Familie Six aus Niederlindach. "Bei unserer Hochzeit", so erzählt das junge Paar, "spielten Frankenexpress. Die wollen wir hier hören." Hier, das ist die Fortuna Kulturfabrik, in der Nohe-TV zwei Sendungen mit deutschen Schlagern aufzeichnet - die Musikantenwelt.

Technisch aufgerüstet wirkt auch der Saal. Drei große Kameras sind auf Tischen postiert. Ein Kamaramann läuft zwischen den Tischreihen hindurch, um die Reaktionen der 80 bis 90 Besucher aufs Bild zu bannen.

Für 19.30 Uhr ist ein Warm-up angesagt. Es dauert eine ganze Weile, dann treten Markus und Andi, eben Frankenexpress, auf. Sie sollen das Publikum einstimmen, dass es schön mitmacht: Klatscht, schunkelt und vor Begeisterung die Arme in die Luft wirft. Unterstützung bekommen sie von zwei Italienern, die im Schwarzwald leben. Enzo Ferrini und Dennis Saputo schwelgen in Italo-Oldies.
Auffallend ist, dass auch bei so bekannten Melodien wie "Volare" und "Azurro" die Begleitmusik die Stimmen unterdrückt. Die Bässe stampfen nur so daher.

Das war die Vorübung. Jetzt ist es halb neun und die eigentliche Aufzeichnung soll beginnen. Doch halt! Erst wird noch der Moderator des Abends, Heiko Wolf vom Traumschiff, ausgiebig vorgestellt. Und er wiederum erklärt mit einfachen Witzchen die erwünschten Verhaltensmuster. Wie schon im April, als die erste Aufzeichnung des Musikantentreffens in Höchstadt war. Es funktioniert.

Dann gibt es die nächste Pause. Warum weiß eigentlich keiner, denn die Kameraleute stehen schon über eine Stunde einsatzbereit. Der Trompeter Uli Bodenmann ist der erste Künstler auf der Bühne, dessen Beitrag gefilmt wird. Der Zürcher hat den letzten Alpen Grandprix in der Kategorie volkstümliche Musik gewonnen. Zum Mitschunkeln ist sein Beitrag in Höchstadt. Eine Art Gegenstück ist Julius Meder aus Detmold, ein Schlagerstar in der Nahcfolge von Karel Gott und Roy Black, wie er selber sagt.

Dann wird es nochmals schweizerisch, genauer aargauerisch, denn von dort kommen Cordula und Mario. Da gibt es eine technische Panne. Das Interview muss wiederholt werden und die Regie meldet sich aus dem Off.
Dann wieder Schlager: Lokalmatador Josef Holzmann, der seit 15 Jahren als Sänger auftritt. Er ist ganz kurzfristig eingesprungen. Von einem griechischen Märchen handelt sein eingängiger Song. Und dann muss auch der Moderator singen...