Bereits mit Wirkung zum 1. September hat Pfarrer Jacob Kurasserry die katholischen Pfarreien St. Mauritius Röttenbach mit der Filialkirche Maria Königin in Hemhofen und Unsere Liebe Frau in Dechsendorf übernommen. Am Sonntag führte ihn Dekan Josef Dobeneck in sein Amt ein.
Kurasserry wechselt damit vom Seelsorgebereich Erlangen-Nordost in den von Erlangen-Nordwest. Der 41-Jährige wurde 2000 in seiner Heimatdiözese Changanasserry im indischen Bundesstaat Kerala zum Priester geweiht. Changanasserry unterhält ein enge Verbindung zur Erzdiözese Bamberg. Die dortigen Gläubigen sind unter dem Namen Thomas-Christen bekannt, weil sie sich seit zwei Jahrtausenden zum Christentum bekennen.
Pfarrer Kurasserry war in Deutschland zuerst als Kaplan in St. Hedwig Bayreuth und danach in Scheßlitz, ehe er die Pfarreien Bubenreuth und Möhrendorf seelsorgerisch betreute. Pfarrgemeinderatsvorsitzender Bernhard Köhler begrüßte den neuen Seelsorger mit zwei Gedichten von Hermann Hesse und Rabindranath Tagore. Kurasserry stehe wie die beiden Dichter für die Weltoffenheit.
Vor 13 Jahren, so erinnerte sich der Dekan, habe er Kurasserrys Vorgänger Joan Vinyeta Punti ins Amt eingeführt. Er wisse, dass es immer weniger Priester gebe. Aber Pfarrer Joan - wie ihn die Röttenbacher nennen - habe eine guten ehrenamtlichen Mitarbeiterstab herausgebildet.
An seinen Mitbruder Jacob wandte er sich: "Es mag schwierig sein, eine Stelle anzutreten nach den Protesten gegen den Weggang von Pfarrer Joan." Letzterem bescheinigte er ein "gutes und fruchtbares Wirken". Auf ihn warteten nun neue und größere Herausforderungen, unter anderem mit der Betreuung der spanischen Gemeinde in Nürnberg. Dobeneck war sich sicher: "Jacob aus Kerala und Joan aus Katalonien werden sich ergänzen."


"Zukunft hat schon begonnen"

Kurasserry freut sich auf seine neue Aufgabe und setzt dabei ganz auf den gewachsenen Zusammenhalt in den Pfarreien. "Am aufregendsten ist eine Einführung für den Pfarrer selbst", bekannte er in seiner Predigt. Ein Mitbruder habe ihn vor Kurzem gefragt, ob er eine Vision für seine Gemeinde habe. Kurasserry sieht für die Zukunft eine lebendige Gemeinde, die ihren Glauben lebt. "Diese Zukunft hat schon begonnen, und dafür bin ich Joan so dankbar", versicherte er, denn er habe in den vier Wochen im Ort so viele "Menschen kennengelernt, die Jesus in die Mitte stellen".