Wer in diesen Tagen durch die Bamberger Straße fährt oder läuft, bekommt eine leise Ahnung davon, wie sich die Verkehrssituation in Höchstadt ab kommender Woche noch einmal mehr verändern wird. Ab Montag nämlich wird der Aischübergang vollständig gesperrt.

Und bei dieser Baustelle wird es nicht bleiben. Mit der Sanierung der Hauptstraße und dem Bau des Aischpark-Centers in Höchstadt-Ost steht in den nächsten zwei Jahren viel auf dem Programm. "Für Betroffene sind solche Baustellen natürlich erstmal negativ, aber sie bedeuten auch einen Umbruch für Höchstadt", kündigt Bürgermeister Gerald Brehm (JL) an.

Gemeinsam mit dem Stadtmarketing wolle man der langen Baustellenzeit nämlich etwas Positives abgewinnen. Unter anderem mit der Einführung der sogenannten Bonuskarte, über die sich vor allem begeisterte Fahrradfahrer - und solche, die es noch werden wollen - freuen dürfen.


Stempel sammeln

Wer nämlich mit dem Rad in der Stadt unterwegs ist und in den teilnehmenden Geschäften einkauft, bekommt dort einen Stempel in die neue Bonuskarte. Ist diese voll, gibt es eine kleine Belohnung. "Wie genau die aussieht, muss noch entschieden werden. Es könnte eine freie Eintrittskarte im Freibad sein", sagt Sandra Hammer, Leiterin des Stadtmarketings.

Auf längere Sicht gesehen wäre dem Bürgermeister zufolge auch eine Art Wettbewerb unter den Radlern möglich, bei dem dann größere Preise in Aussicht stehen.

Fünf bis zehn Baustellenfahrräder werden zudem als Mieträder von den beiden in der Innenstadt ansässigen Fahrradgeschäften angeboten. Dort sind auch die Bonuskarten erhältlich. Die Stempel gibt es in den jeweiligen Läden. "Das Ganze soll noch im April anlaufen", kündigt Hammer an.

Auch ein öffentlich-privater Projektfond soll die bevorstehende Bauphase begleiten. 50 000 Euro sollen darin für Marketingmaßnahmen gespart werden. Genau funktioniert das so: In einer ersten Phase sollen 10 000 Euro zusammen kommen. 5000 Euro aus der Geschäftswelt, von Stiftungen oder privaten Spenden, weitere 3000 Euro von der Städtebauförderung sowie weitere 2000 Euro von der Stadt. "Jeder Euro, der eingezahlt wird, wird vom Staat und der Kommune verdoppelt", erklärt Brehm.

So möchte beispielsweise das Tourismusbüro während der gesamten Baustellenzeit seine Kaffeekasse spenden. "Das letzte Mal waren es 40 Euro, das wird dann zu 80 Euro verdoppelt", erläutert Sandra Hammer, Leiterin des Stadtmarketings. Die Beteiligung ist freiwillig. "Das ist Hilfe zur Selbsthilfe. Wir können aber niemanden zwingen", so Brehm.


Jutetaschen drucken

Ein Lenkungsgremium entscheidet dann, für welche Maßnahmen das Geld eingesetzt wird. Darin vertreten sind neben dem Bürgermeister auch der Geschäftsführer Günter Brehm, Sandra Hammer sowie die Gewerbetreibenden aus den Geschäften Lechner Floristik, dem Biomarkt Biolett und Helgas Schuhladen.

Heute Abend entscheidet der Arbeitskreis über die erste Maßnahme. Angedacht sind 4000 bis 5000 Jutetaschen, bedruckt mit dem Logo der Gewerbetreibenden. Entschieden wird auch über das Baustellenmaskottchen: Wird es der Storch, die Ameise oder der Drache? "Das Maskottchen soll die Baustelle als Schutzpatron begleiten, unter anderem auf Verkehrsschildern und dem Baustellenbier, das vom Brauhaus Höchstadt gebraut wird", meint Hammer.

Angeboten werden sollen im Rahmen des Fond außerdem kostenlose Baustellenführungen für Schulklassen, Kinder und auch Erwachsene.

Unabhängig vom Fond bieten Geschäfte unterschiedliche Aktionen an. So gibt es im Eiscafé Carlo ein Baustelleneis, bei der Metzgerei Brunner eine Baustellenwurst, bei der Konditorei Baier ein Baustellenbrot, bei Floristik Lechner einen Baustellenstrauß, bei der Paracelsus-Apotheke ein Survival-Paket für Radfahrer, im Wigwam einen Schrittzähler sowie Baustellenschuhe und in der Biolett das Radlerblut. "Viele weitere Geschäfte überlegen sich derzeit noch Aktionen", so Hammer.

Neben den Bauarbeiten am Aischübergang wird ebenso im April die Baustelle für die Sanierung der Hauptstraße eingerichtet. Im Frühjahr nächstes Jahr soll sie laut Brehm fertig sein. Am Vogelseck geht es los. "Das wird so eingetaktet, dass die Durchlässigkeit durch die Stadt für den Verkehr gewährleistet ist."

Ein großes Fest vom Kellerberg bis zum Kulturzentrum soll Mitte 2018 dann die lange Baustellenzeit feierlich beenden. Bis dahin möchte Brehm jeden Kulturträger in der Stadt dazu motivieren, eine eigene Veranstaltung in der Innenstadt anzubieten.

Vollsperrung ab 4. April

Sperrung Die Bauarbeiten für die Erneuerung der Aischbrücke sind seit Mitte März in vollem Gange. Bisher konnten die Arbeiten ohne Verkehrssperrung erfolgen. Das wird sich nächste Woche allerdings ändern. Ab kommenden Montag, 4. April, wird die Staatsstraße voll gesperrt werden.

Umleitung Die ausgeschilderte Umleitungsstrecke verläuft von der Staatsstraße 2263 (Brückenstraße) über die Große Bauerngasse und die Kreisstraße ERH 36 nach Süden und über die Bundesstraße 470 (Erlanger Straße) wieder zurück bis zum Karpfenkreisel.

Parken Der Parkplatz auf der Festwiese kann in Teilbereichen während der Bauzeit genutzt werden. Das Staatliche Bauamt bittet aber alle Verkehrsteilnehmer um erhöhte Aufmerksamkeit, da der Zugang zur Festwiese auch durch Baumaschinen benutzt wird.

Bus Für mehrere Buslinien des öffentlichen Nahverkehrs gilt ab dem 4. April 2016 ein Ersatzfahrplan. Detaillierte Informationen hierzu gibt es auf:http://www.vgn.de/fahrplanaenderungen/

Ohne Auto Fußgängern und Radfahrern steht mit der alten Aischbrücke und in deren Verlängerung einem neu angelegten Behelfsweg im Wiesengrund eine durchgehende Verbindung zur Verfügung