Mit 16 Bauvorhaben präsentierten Bürgermeister German Hacker (SPD) und Thomas Nehr eine überschaubare Tagesordnung bei der Sitzung des Bauausschusses, und es gab nur bei einigen wenigen Projekten Diskussionsbedarf. Der Antrag auf Vorbescheid zum Anbau eines Kinderzimmers an der Brentanostraße wurde nach kurzer Diskussion abgelehnt. Da die geplante bauliche Anlage nicht den Festsetzungen des Bebauungsplanes wegen Überschreitung der nördlichen Baugrenze entspricht, wurde eine Befreiung einstimmig nicht befürwortet. Bürgermeister Hacker zeigte zwar Verständnis für den Wunsch der Antragsteller, aber wegen der Grundstücksgröße und Überbauung der vorhandenen Garage sei eine Befreiung nicht möglich.
Bedenken, aber letztendlich eine Zustimmung mit Bedingungen und Auflagen gab es für den Antrag auf Vorbescheid der Planungsgemeinschaft Krauß/Callsen/Gildner zur Errichtung einer Hausgruppe mit Doppelparkern und Stellplätzen an der Parkstraße. Die Befreiungen für die Überschreitung der Baugrenze und Geschossigkeit sowie Dachneigung wurde in Aussicht gestellt. So müssen die denkmalschutzrechtlichen Belange für den unter dem Baugrundstück gelegenen Felsenkeller beachtet und die untere Denkmalschutzbehörde muss beteiligt werden. Auch das städtische Amt für Planung, Natur und Umwelt muss wegen Fällgenehmigungen und Ersatzpflanzungen frühzeitig beteiligt werden. Außerdem müssen die Abstandsflächen eingehalten werden und wegen der beengten Zufahrt die erforderlichen Stellplätze sowie die Müllstandorte auf dem Grundstück vorgehalten werden. Im Beschluss wurde zudem auf die Lärmbelästigung des benachbarten Sportplatzes und Festgeländes hingewiesen. "Das ist kein einfaches Vorhaben", kommentierte Peter Prokop (SPD) den Antrag und wollte wissen, was unter Doppelparkern zu verstehen ist. Der in der Sitzung anwesende Antragsteller erklärte, dass bei den Stellplätzen Hebebühnen eingebaut werden und auch auf dem Grundstück noch weitere Stellplätze eingerichtet werden können.
Der Antrag auf Vorbescheid zur Errichtung einer Lagerhalle am Behälterberg im Ortsteil Niederndorf, beantragt von Kunigunde Freudenberger, lag dem Bauausschuss schon mal als formlose Bauvoranfrage vor. "Im Wesentlichen hat sich nichts geändert", erklärte der Bürgermeister und sparte sich den Sachvortrag. Die schon einmal formulierten Bedingungen und Auflagen umfassen: Die erforderlichen Abstandsflächen sowie die Stellplätze sind auf dem Grundstück nachzuweisen, die städtische Baumschutzverordnung ist zu beachten und die geplante Photovoltaikanlage ist parallel zur Dachfläche vorzusehen, eine Aufständerung ist unzulässig.
Auch beim Antrag von Irina und Klaus Schmidt zum Neubau eines Einfamilienhauses an der Thüringer Straße in Niederndorf, das nicht den Festsetzungen des Bebauungsplanes entspricht, wurden Befreiungen befürwortet. So zur Dachneigung und zum Kniestock sowie zur Zahl der Vollgeschosse. Außerdem machen die Herzo Werke darauf aufmerksam, dass im Grundstück ein Niederspannungskabel und ein 20-KV-System verlegt sind. "Das sind Relikte aus früheren Zeiten", erklärte dazu der Bürgermeister.
An der Hinteren Gasse möchte Stefan Schmitt das Hinterhaus eines denkmalgeschützten Hauses abbrechen und stellte den Antrag auf eine denkmalschutzrechtliche Erlaubnis. Es wurde unter Vorbehalt einer Erlaubnis der Denkmalschutzbehörde zugestimmt. Das Tiefbauamt wies zudem darauf hin, dass die bestehenden Kanalgrundleitungen vor dem Abbruch ordnungsgemäß und nach dem Stand der Technik vom Objekt abzutrennen und zu verschließend sind, damit keine Verunreinigungen in den Kanal eindringen können.
Zum Antrag auf Vorbescheid von der Firma Rattmann Wohnbau zum Neubau von zwei Einfamilienhäusern mit Garagen und Stellplätzen an Leharstraße gab es für die beantragten Befreiungen keine Zustimmung. So zur Ausweitung der Baugrenze bzw. Schaffung eines zusätzlichen Baufensters zur Erschließung eines zweiten Baukörpers. Beim rechtswirksamen Bebauungsplan ist eine zweistöckige Flachdachbebauung unzulässig. Eine Befreiung von der zulässigen Geschossigkeit auf Erd- und Obergeschoss mit Flachdach bedeute eine zusätzliche Gebäudetypologie, deren Realisierung eine Beeinträchtigung des Straßenraumes bedeuten würde.
Das Kleinspielfeld neben dem Puma-Outlet am Puma Way wird bald Geschichte sein. Der Sportartikelhersteller plant auf dem jetzigen Fußballplatz den Neubau eines Gebäudes für Ausstellungszwecke. Die geplante bauliche Anlage entspricht den Festsetzungen des Bebauungsplanes "Puma Plaza" und dem Antrag wurde das gemeindliche Einvernehmen erteilt. Das Tiefbauamt weist darauf hin, dass die Entwässerungspläne noch vorgelegt werden müssen und die Herzo Werke machen darauf aufmerksam, dass die Versorgung intern erfolgen muss.