Das Thema "Patenoma und Patenopa" beinhaltet ein gesellschaftliches Problem, das zunächst gar nicht so auf der Hand liegt. Das systematische Anwerben von Arbeitskräften führt zu einem Phänomen, dass ich mal als "Familienzerstörung" bezeichnen mag.

Irgendwann wurde von der Wirtschaft mal propagiert: "Seien Sie flexibel, ziehen Sie zu Ihrem Arbeitgeber!" Mit welcher Folge? Dass die jungen Familien hunderte Kilometer ins Land ziehen - zum Beispiel nach Herzogenaurach - und dann die Großeltern nicht mehr in der unmittelbaren Nachbarschaft haben. Sicher hat das auch Vorteile. Die Schwiegermutter mischt sich nicht so oft in den Haushalt ein, Opa muss nicht so oft ins Krankenhaus gefahren werden. Aber, und das ist dann die zweite Seite der Medaille: Den Nachwuchs mal "schnell bei Oma und Opa abgeben", das geht nicht mehr.

Wer leidet darunter? Die Kinder, für die ein gesundes Familiengeflecht über eine Generation hinaus, nicht mehr existiert. Dafür brauche ich dann Ersatz, also Patengroßeltern.

Im Übrigen spielt auch der teure Benzinpreis eine Rolle bei diesem Thema. Großeltern wohnen 200 Kilometer weg, das heißt eine Hin- und Rückfahrt mit dem Auto schlägt mit rund 70 Euro zu Buche (Eine Bahnfahrt für eine vierköpfige Familie kostet zwischen 80 und 110 Euro). Also, eine Familie muss sich Oma und Opa erst einmal leisten können. Tolle Idee mit dem flexiblen Arbeitnehmer.