Je kleiner die Glasscherben, die das mittelständische Familienunternehmen Dennert Poraver GmbH bekommt, desto besser. "Wir machen daraus ein Premiumprodukt", sagt David Veit Krafft, der Koordinator der Geschäftsleitung. Weil es nach diesem Premiumprodukt weltweit eine große Nachfrage gibt, will das Unternehmen expandieren und in Schlüsselfeld ein drittes Werk errichten.

Im Gewerbegebiet unweit des ADAC-Fahrsicherheitszentrums hat die Firma jetzt 30.000 Quadratmeter Gelände gekauft. Wie Geschäftsführer Matthias Gebhardt erklärt, wird darauf ein Produktionsstandort für Blähglas-Granulat entstehen. Dieses neue Werk in Schlüsselfeld soll mit 40 Mitarbeitern im Jahr 2019 den Betrieb aufnehmen.

Gebhardt und Krafft gehen davon aus, in Schlüsselfeld dann jährlich 160.000 Kubikmeter eines Produkts herzustellen, das in hochwertigen Baustoffen und anderen Industrieprodukten verarbeitet wird. Die Zahl der Arbeitsplätze in dem neuen Schlüsselfelder Werk soll langfristig auf hundert ausgebaut werden.

Hans Veit Dennert ist der Inhaber des Unternehmens. Er hat die Firma 1983 auch gegründet. Verwaltung und Vertrieb sitzen seitdem in Schlüsselfeld, produziert wird im Stammwerk Postbauer-Heng und seit 2007 in einem weiteren Werk in der Nähe von Toronto in Kanada. Von dort aus wird der Markt in Kanada und den USA beliefert. Das Unternehmen ist mit seinen insgesamt 120 Beschäftigten nach eigenen Angaben weltweit Marktführer bei der Herstellung von Blähglas-Granulat. Mit dem neuen Produktionsstandort Schlüsselfeld will man die Gesamtkapazität auf jährlich 500.000 Kubikmeter ausbauen.

Rund um die Uhr wird im Dreischicht-Betrieb gearbeitet

Laut Geschäftsführer Gebhardt soll auch in Schlüsselfeld rund um die Uhr im Dreischicht-Betrieb gearbeitet werden. Gebraucht werden dafür neben Schichtarbeitern auch Schlosser und Elektriker. Um mit seinen Produkten weiterhin am Markt erfolgreich zu sein, baut die Firma zwei zusätzliche Labore für den Bereich Anwendungstechnik und für Forschung und Entwicklung.

Blähglas-Granulat ist ein Stoff, der in der Regel in andere Produkte einfließt. Das Granulat ist in verschiedenen Putzen, Fliesenklebern, Platten, Fassadenelementen, Leichtbeton und Mineralwerkstoffen ebenso zu finden wie in Farben und Tapeten und sogar in der Fahrzeugtechnik.

"Das Glas wird gemahlen, granuliert, getrocknet und gebläht." So beschreibt Geschäftsführer Gebhardt in wenigen Worten das, was in den Werken abläuft. Das in unterschiedlichen Korngrößen angebotene Produkt kann aber auch noch weiter veredelt werden.

Als Rohstoff wird übrigens Recycling- oder Altglas verwendet - auch aus den Flaschencontainern. Bevorzugt die Glasscherben, die zum Einschmelzen schon zu klein sind.