Durch den Austritt von Johannes Funke aus der SPD-Fraktion hat sich diese aufgelöst, geblieben ist Einzelkämpfer Jörg Bubel, der damit seine Ausschusssitze verliert. Hatten die Sozialdemokraten bei den letzten Kommunalwahlen noch drei Sitze gewonnen, wurde die Fraktion durch den Austritt von Zweiter Bürgermeisterin Jutta Köhler schon im vergangenen Jahr auf zwei Sitze dezimiert.
Köhler und Funke schlossen sich nun zu einer Fraktion zusammen, die den Namen Funke-Köhler-Fraktion trägt. Einen "sozialdemokratischen Namen", wie von den beiden gewünscht, hat ihnen der Parteivorstand verweigert. Vorsitzender ist Johannes Funke. Er dankte ausdrücklich Bubel für die sachlichen Diskussionen und die Vermittlung seines enormen Wissens.
Gleichwohl kehrte Funke "wegen Unstimmigkeiten in der Öffentlichkeitsarbeit und in der Meinungsbildung" der SPD-Fraktion den Rücken, eine Entscheidung, "die mir sehr, sehr schwer gefallen" ist.
Die neue Fraktion ist in allen Ausschüssen vertreten: Funke übernimmt den Haupt- und Finanzausschuss sowie die Rechnungsprüfung. Köhler hat einen Sitz im Bauausschuss und im Ausschuss für Vereine, Kultur und Soziales. Das beschloss der Rat, ohne dass jemand das Wort wünschte, gegen vier Stimmen, ebenso die Neubesetzung des Aufsichtsrats in der Energiegesellschaft mit Funke.
Dann wandte sich der Rat dem Abarbeiten von drei Flächennutzungsplanänderungen und den dazugehörigen Bebauungsplänen zu. Als erstem dem Einzelbauvorhaben in der Uttstadter Straße. Hier hatte die Grünen-Fraktion Bedenken, weil das Grundstück fast zur Gänze in der Trinkwasserschutzzone 3 liegt. Da dies auch auf die Häuser gegenüber zutrifft, stimmten alle anderen Räte für das Vorhaben. Die zweite Auslegung findet vom 8. Februar bis zum 8. März statt.


Bürger wollen Barrierefreiheit

Nächstes Vorhaben war der Alte Schulsportplatz. Hier hat das Landratsamt den ausgewiesenen Wohnbauflächen-Bedarf von 24 Hektar kritisiert, wie Bubel vorbrachte. Dem hielt Bauamtsleiter Peter Müller entgegen, dass die Regierung keine landesplanerischen Bedenken geäußert hat. Dies nach Bürgermeister Karsten Fischkal (FW) wohl deshalb, weil dort im Gegensatz zum Reuthsee Einzelbebauung und Miethäuser vorgesehen sind. Ob die vorgesehenen Wohnblöcke barrierefrei gebaut werden - das wünschen etliche ältere Bürger -, kann, so Planer Matthias Rühl, im Bebauungsplan nicht festgelegt werden, sondern nur im städtebaulichen Vertrag mit dem Investor. Dieser Vertrag war Thema in der nicht-öffentlichen Sitzung.


Wohngebiet in Heppstädt

Zum wiederholten Mal - diesmal nach der zweiten Auslegung - war der Bau von vier Wohnhäusern in Heppstädt auf der Tagesordnung. Ein Knackpunkt für acht Ratsmitglieder war die Ausweisung als allgemeines Wohngebiet. Dadurch, so befürchtete Norbert Birkner (FW), könnten die Zukunftsinteressen einer nahe gelegenen landwirtschaftlichen Tierpension beeinträchtigt sein. Planer Rühl hielt dagegen eine Ausweisung als dörfliches Mischgebiet für falsch, denn dann dürften die künftigen Bauherrn die vier Grundstücke auch gewerblich nutzen, was wiederum den Intentionen des Vorhabens zuwiderliefe, auch wenn dann niedrigere Immissionsschutzwerte gelten. Die vielen Punkte der Stellungnahme eines Nachbarn arbeitete der Gemeinderat ohne weitere Aussprache ab. Letztlich stimmten bis auf sieben Ratsmitglieder alle für den Satzungsbeschluss.