In der Stadt hat es sich schon herumgesprochen: Die Metzgerei Dresel in der Hauptstraße hat geschlossen. Am Dienstag gingen die letzten Wurstwaren über die Theke. Tags drauf, am Aschermittwoch, blieb die Ladentür dann zu.

"Das ist in keinster Weise einfach", sagt Oswald Dresel hörbar geknickt. Er habe sich die Entscheidung wirklich nicht einfach gemacht, sagt der 47-jährige Metzgermeister.

"Da haben ganz viele Faktoren reingespielt", sagt er über die Gründe für das Aus. Seit Jahren schon seien die Umsätze nach unten gegangen, dann sei er zeitweise krank geworden und musste langsamer treten.

Auch die steigenden Strompreise hätten einen Anteil an der immer schwieriger werdenden Lage gehabt. 1600 bis 1800 Euro habe er pro Monat für Strom gezahlt. Und das, obwohl er einen guten Stromtarif hatte. Die Maschinen wie zum Beispiel der Kutter würden sehr viel Strom ziehen. Obwohl sie auf einem neuen Stand seien.
Der Baustelle auf der Hauptstraße wolle er nicht die Schuld geben. Auch wenn sich die aufgerissene Straße sicher nicht positiv auf sein Geschäft ausgewirkt habe.


Gründer war der Ur-Ur-Ur-Ur-Opa

Ist es die Konkurrenz der Wursttheken in den Supermärkten gewesen? Vielleicht auch zum Teil, sagt Dresel. Aber er wolle nicht alleine den Standort verantwortlich machen. Viele, die mit ihm damals den Meister gemacht haben, hätten schon geschlossen. Es gebe aber auch Etliche, die einen florierenden Betrieb haben. Der Standort sei nur ein Faktor für einen gut laufenden Laden.

Seit einem Jahr habe er schon mit dem Gedanken gespielt, aufzugeben. "Ich habe hin und her überlegt", sagt Dresel, der die Traditionsmetzgerei in siebter Generation führt. Und Tradition ist hier keine Floskel. Der Anfang eines Metzgers Dresel in Höchstadt liegt im Jahr 1766. In der heutigen Oberen Brauhausgasse 8 fing sein Ur-Ur-Ur-Ur-Opa Erhard Dresel an. 1887 dann der Umzug in das Haus in der Hauptstraße.


Seit 2011 der Chef

2004 ist Oswald Dresel mit in die Führung der Geschäfte eingestiegen. Als 2011 sein Vater Erhard Dresel gestorben ist, hat er den Betrieb weitergeführt. Fünf Mitarbeiter seien es zuletzt gewesen.

Vielen Stammkunden, für deren Treue sich die Familie Dresel bedankt, werden das Geschäft vermissen. Schließlich ist eine Metzgertheke, wie ein Frisörstuhl, ein guter Platz zum Ratschen, zum Stadtgespräch. Das werde ihm fehlen, sagt Dresel. "Man hat jeden gekannt."

Und nun? Die Ladenfläche solle nicht für immer leer stehen. Ein Metzger werde es allerdings nicht mehr. Mit dem Stadtmarketing gebe es schon einen Interessenten. Mehr könne er aber noch nicht sagen. Man sei gerade in Gesprächen.

Er persönlich habe für seine weitere Tätigkeit auch schon ein paar Dinge im Auge. Aber jetzt müsse er erst einmal die Schließung über die Bühne bringen.