Ein "strammes Programm" haben die Erbauer des Lonnerstadter Windparks in diesem Jahr noch vor sich, wollen sie bis 31. Dezember alle fünf Anlagen zum Laufen bringen. Am Freitag gab es erst einmal Grund für zufriedene Gesichter, als das erste Maschinenhaus auf einen fertigen Turm in 140 Metern Höhe montiert wurde.

Projektleiter Arno Weber von der Firma Wust, Wind und Sonne, die Planung, Bau und später den Betrieb organisiert, will keine falschen Erwartungen wecken und fürchtet, dass bis Ende des Jahres noch nicht alle fünf Anlagen Strom liefern. Windpark-Initiator Herbert Krafft aus Lonnerstadt ist dagegen überzeugt, dass es klappt.

Ursache für die Skepsis ist eine über zweiwöchige Zwangspause auf den Baustellen in Lonnerstadt, die nicht eingeplant war. Nach einem Unfall in einem älteren Windrad in Brandenburg - dort war Ende September ein Aufzug abgestürzt und ein Arbeiter ums Leben gekommen - hatte ein Gericht weltweit alle Aufzugtypen und Hebegerüste mit ähnlicher Technik vorübergehend gesperrt. Den Lonnerstadtern passte diese Sperrung nicht in den Zeitplan.


Infrastruktur ist fertig

Vom Tag der Fertigstellung hängt es ab, welche Einspeisevergütung der Bund für den erzeugten Strom garantiert. Für Anlagen, die erst im kommenden Jahr ans Netz gehen, gibt es pro Kilowattstunde 1,2 Prozent weniger Geld. "Am Stichtag 31.12. ist da nicht zu rütteln", sagt Projektleiter Weber.

Um die notwendige Infrastruktur rund um die Windräder kümmert sich Herbert Krafft. "Wir sind damit fertig", verriet er am Freitag dem Fränkischen Tag. Die Kabel und Leerrohre von den fünf Anlagen zum Umspannwerk in Höchstadt sind verlegt.

Jetzt hat die Endphase des Aufbaus begonnen. Mit 40 Lkw-Ladungen wurden die Einzelteile des Spezialkrans angeliefert, mit dem nun jede Woche ein Windrad fertiggestellt werden soll. Am Samstag, 7. November, werden am ersten Windrad die jeweils 57 Meter langen Rotorblätter montiert.