Lichtmess war stets eine bedeutende Zäsur im Brauchtum des Jahreslaufes. Wichtig war für unsere Vorfahren die Tatsache, dass das Tageslicht gegenüber Dezember merklich zunahm: "Lichtmess, grüß' Dich von Herzensgrund, schenkst dem Tag eine ganze Stund'!"

Bräuche, die damit verbunden waren, werden aber auch heute noch gepflegt. In den katholischen Pfarreien ist es Brauch, an diesem Tag den Kerzenvorrat für das ganze Jahr weihen zu lassen. Mit Lichtmess schloss der 80 Tage umfassende Weihnachtsfestkreis, der mit Martini begonnen hatte.

Die Kirche erinnert mit Lichtmess an die Darstellung Jesu am 40. Tag nach seiner Geburt im Tempel zu Jerusalem. Im Westen mehr als Marienfest - Mariä Reinigung - interpretiert, wird seit der Liturgiereform nach dem zweiten Vatikanischen Konzil mehr Gewicht auf den Charakter als Herrenfest - Darstellung des Herrn - gelegt.
Der Evangelist Lukas beschrieb das Geschehen im Tempel zu Jerusalem, in den sich Maria und Josef zur vorgeschriebenen Reinigung begeben hatten. Dort trafen sie auf Simeon, der in Jesus das Heil der Welt und "ein Licht, das die Heiden erleuchtet" erkannte. Diese Lichtsymbolik des Simeon ist eng mit dem Brauch der Kerzenweihe und Lichterprozession verknüpft, denn an diesem Tag wurde der gesamte Jahresbedarf an Kerzen einer Kirche feierlich geweiht.

Neben den Altarkerzen erhielten auch alle von den Gläubigen mitgebrachten Kerzen und Wachsstöcke den kirchlichen Segen. Diesen Lichtmesskerzen wurde eine besonders große Wirkkraft für Haus und Hof, Mensch und Vieh nachgesagt. Man zündete diese bei Totenmessen und bei den Rorate-Ämtern im Advent an.

Gleichfalls endete die am Martinstag begonnene Ruhephase in der Landwirtschaft, und so begann man, sich auf die Feldarbeit vorzubereiten. Es geht, wie der Bauer sagt, "nauswärts". Lichtmess wurde gleichgesetzt mit dem Beginn der Frühlingszeit. Das Dreschen musste abgeschlossen sein, es durfte sich kein Flachs mehr am Spinnrocken befinden.

Freizeit für Dienstboten

Außerdem konnten die Dienstboten ihren Dienst wechseln oder hatten zumindest einige Tage frei, wenn sie blieben. Ein Grund für diese Terminwahl ist sicherlich darin zu suchen, dass die Dienstboten, die den Sommer über die schwere Arbeit verrichtet hatten, auch die ruhigere Winterszeit auf diesem Hof mitbekommen sollten. Wollte ein Bauer einen Dienstboten weiter bei sich halten, so klärte er es schon vorher mit ihm ab. Beabsichtigte ein Dienstbote zu gehen, so genügte es, dies acht Tage vor Lichtmess dem Bauern wissen zu lassen.

Bis 1912 war Mariä Lichtmess sogar ein staatlich geschützter Feiertag. Inzwischen wird diesem Tag nicht mehr die Bedeutung beigemessen, die er früher einmal besaß. Mit dem Lichtmessfest in engerem Zusammenhang stehen aber auch heute noch zahlreiche Märkte. Ein spezieller Lichtmessmarkt wird in Erlangen abgehalten. Nicht vergessen werden dürfen auch die Geflügel-, Tauben und Kleintiermärkte in der Region, so in Ansbach, Forchheim und Rezelsdorf, genauso wie der bekannte Rossmarkt in Berching.

Wichtig ist auch die Bedeutung von Lichtmess als Lostag. Allgemein hoffte der Bauer auf kein klares Wetter, der Spruch "Lichtmess dumper, macht den Bauern zum Junker" verdeutlicht dies. Verknüpft ist mit diesem Termin auch eine Vorschau auf Ostern: "Geht Maria Lichtmess im Schnee, trägt der Herrgott sein Kreuz über'n Klee." Auch wurde daran erinnert, dass der Winter erst zur Hälfte vorüber war: "Zu Lichtmess halb Futter halb Brot, dann hat es keine Not."

An Lichtmess finden in Herzogenaurach Messfeiern mit Kerzenweihe um 9 Uhr in Haundorf, um 9.30 Uhr in St. Otto und in St. Josef, Niederndorf, um 10.45 Uhr in der Fachklinik sowie um 11 Uhr in St. Maria Magdalena statt.