Der Neubau des Landratsamtes in Erlangen soll nach einer jahrelangen Standort- und Planungsdiskussion 2015 endlich Fahrt aufnehmen. Mit 6,4 Millionen Euro ist dieses Projekt der größte Ausgabeposten auf der Liste der Investitionen im Haushaltsplan für 2015.

Landrat Alexander Tritthart (CSU) präsentierte am Freitag dem Kreisausschuss seinen ersten Haushaltsplan und bekam dafür Zustimmung von allen Seiten. Einstimmig empfahlen die Kreisräte von CSU, Freien Wählern, SPD und Grünen dem Kreistag für seine Sitzung am 9. Februar, den 147-Millionen-Etat abzusegnen. Die FDP stellt bei insgesamt nur drei Kreisräten keinen Vertreter im Kreisausschuss.

Umzug 2018

Bessere Arbeitsbedingungen für die eigenen Leute und einen optimierten Bürgerservice verspricht sich der Landrat vom "dringend notwendigen" Neubau für die Verwaltung. Auf insgesamt 39,2 Millionen Euro ist der Neubau des Landratsamtes mittlerweile veranschlagt. Mit einem Betrag von 6,4 Millionen sollen in diesem Jahr die Planungen abgeschlossen und der Bau begonnen werden - vorausgesetzt allerdings, die von der Stadt Erlangen noch ausstehende Baugenehmigung wird rechtzeitig erteilt. Die Schwerpunkte des Bauvorhabens erwartet Landrat Tritthart mit 12 und 15,5 Millionen Euro in den Jahren 2016 und 2017. Bezogen werden soll das neue Gebäude Anfang 2018.

Ein weiterer Ausgabenschwerpunkt ist der Bau und die Sanierung von Kreisstraßen und Radwegen. Insgesamt sind dafür 4,7 Millionen Euro veranschlagt. Den Löwenanteil verschlingt mit 2,3 Millionen Euro die Bahnbrücke in Baiersdorf. Weitere Straßenbaumaßnahmen sind bei Haundorf, Dondörflein und Oberreichenbach geplant.

Ebenfalls zum Bereich Verkehr gehört die geplante Stadt-Umland-Bahn (StUB). Für Anfinanzierung, Projektsteuerung und Planung waren in diesem Jahr 500 000 Euro veranschlagt, die aber die Stadt Herzogenaurach übernehmen wollte. Das erfolgreiche Bürgerbegehren und der anstehende Bürgerentscheid bremsen die StUB jetzt erst einmal. Dafür hat Kreiskämmerer Wilhelm Schmidt 190 000 Euro für den Bürgerentscheid in den Haushalt eingestellt. Die Kosten für die Wahllokale, die Stimmzettel und Bürgerinformationen vorab sollen damit finanziert werden.

Bekenntnis zum Krankenhaus

Sein Kreiskrankenhaus St. Anna in Höchstadt lässt sich der Landkreis auch 2015 einiges kosten. Für das zu erwartende Defizit sind eine Million Euro bereitgestellt. Wesentlich stärker schlägt aber die "Neustrukturierung" des Krankenhauses zu Buche. Für 18 Millionen Euro wird das Krankenhaus erweitert und umgebaut. Für den Auftakt der Arbeiten sind in diesem Jahr 2,2 Millionen veranschlagt, der Schwerpunkt liegt dann in den Haushaltsjahren 2016 und 2017.

Einer der zentralen Bereiche, auf denen der Landkreis aktiv ist, sind Schulen. So ist er Träger von zwei Realschulen, vier Gymnasien, fünf beruflichen Schulen und drei Förderzentren mit insgesamt rund 8400 Schülern. In die Ausstattung dieser Schulen sollen heuer 661 000 Euro investiert werden.

Am Gymnasium Höchstadt gehen die Sanierung und der Ersatzneubau dem Ende entgegen und schlagen noch einmal mit 850 000 Euro zu Buche. Derzeit läuft noch die Generalinstandsetzung der Pausenhalle, für die weitere 500 000 Euro im Haushalt stehen. Insgesamt sind die Baumaßnahmen am Gymnasium Höchstadt auf 12 Millionen Euro kalkuliert.

Der zweitgrößte Ausgabeposten im Kreishaushalt ist mit 33,4 Millionen die soziale Sicherung. Wie Landrat Tritthart in seinen Ausführungen zum Kreishaushalt erklärte, würden damit die gesetzlichen Pflichtaufgaben des Landkreises, wie Sozial- und Jugendhilfe, erfüllt.

Am meisten Geld muss der Kreis 2015 mit 37,6 Millionen Euro an den Bezirk abführen. "Mittelfranken hat die bayernweit höchste Bezirksumlage noch einmal erhöht", stellt Kämmerer Schmidt fest.