Die Bewohner von Kieferndorf sind ehrliche Menschen. "Von selbst wären wir nicht darauf gekommen", gestehen Hubert Geyer und Erich Martin ein. Ihr Ort ist einer der fünf nördlichen Höchstadter Ortsteile, die jetzt ins Dorferneuerungsprogramm aufgenommen werden.

Hätte man sie nicht darauf aufmerksam gemacht, dass auch ihr Ort Zuschüsse bekommen könnte, wären die Kieferndorfer weiterhin mit dem Ist-Zustand zufrieden gewesen. "Bei uns richtet jeder sein Zeug selbst her", sagt Erich Martin.

Dass in dem Idyll zwischen Weihern und Wald doch das eine oder andere verbessert werden könnte, wurde schnell deutlich, als sich die Dorfgemeinschaft erstmals zum Thema Dorferneuerung getroffen hatte. Es haben sich "verschiedene Neigungen" bei den Treffen herauskristallisiert, sagt Martin Oberle, der als Sprecher der 42 Bewohner von Kieferndorf fungiert.

In einem sind sich die Kieferndorfer aber einig: "Wir wollen nicht jedes Wochenende hundert Nürnberger bei uns im Ort haben", sagt Marianne Zimmermann. Die bei der Dorferneuerung angedachten Maßnahmen sollten in erster Linie der Dorfgemeinschaft dienen.

Ein großer Wunsch ist der Ausbau eines Festplatzes am Ortseingang aus Richtung Etzelskirchen. Dort, wo die Kieferndorfer jedes Jahr ihr Johannisfeuer abbrennen, wünschen sie sich dringend Anschlüsse für Wasser, Abwasser und Strom.

Einige Meter weiter am Willkommensschild würde sich eine überdachte Sitzecke gut machen. Ein achteckiger Pavillon mit einer Infotafel über die Geschichte des kleinen Ortes und einer Information über die Verteilung der Hausnummern.

In seiner Vergangenheit machte der Kieferndorfer Weiher den Ort weit über seine Grenzen hinaus bekannt. Vor dem Bau des Höchstadter Freibads war der Weiher das angesagteste Badegewässer der Region. Den inzwischen von einem breiten Schilfgürtel durchzogenen Weiher hält Martin Oberle übrigens für den drittgrößten der 7000 Weiher im Aischgrund.


Kaum Interesse für Badestrand

Das Interesse, hier wieder einen Badestrand anzulegen, hält sich sehr in Grenzen. "Wir brauchen den nicht, von uns geht eh keiner rein", bringt Marianne Zimmermann die Meinung ihrer Mitbewohner auf den Punkt. Zudem müsste man erst einmal den Eigentümer ansprechen. Der Weiher soll weiter nur als Karpfenteich genutzt und auch kein Schutzgebiet werden.

Schwer hat es Martin Oberle, bei seinen Mitbürgern Interesse für den Fremdenverkehr zu wecken. Da gibt es auch in Kieferndorf eine alte Kelleranlage, die dringend saniert werden müsste. Auch hier wünscht sich die Dorfgemeinschaft eine Sitzgruppe, um den weiten Ausblick auf den großen Weiher zu genießen. Touristenströme möchte man damit aber nicht anlocken.

Wohl abgefahren ist der Zug für eine Sanierung des ehemals prächtigsten Bauernhauses im Ort. Der Bau ist in einem so desolaten Zustand, dass eine Rettung utopisch erscheint.

Nicht gestört fühlen sich die Kieferndorfer durch die nahe Autobahn. Wichtiger als Lärmschutz wäre für sie eine schnelle Internet-Anbindung.