Die Erwartungen lagen hoch, die Enttäuschung war nach dem Halbfinalspiel gegen Gastgeber Frankreich umso größer. Aber auch wenn das Ergebnis nicht der Vorstellung eines perfekten EM-Ausklangs entsprochen hat, war die Stimmung beim Public Viewing des Gasthauses Blauer Löwe gut - zumindest bis klar war, dass Jogis Elf so gut wie keine Chance auf den Sieg mehr hat.
Über hundert Fußballbegeisterte verfolgten am Schillerplatz die Partie bis zum bitteren Ende. Für das leibliche Wohl sorgte Wirt Markus Götschel mit seinem Team hinter Grill und Bar und zeigte sich sichtlich zufrieden über den hohen Andrang. Geschuldet war der nicht zuletzt einem besonderen Gast, der zur Halbzeit eine Spielanalyse vornahm.
Dieter Eckstein, Clublegende und ehemaliger Nationalspieler, hatte in der Halbzeit noch Hoffnung für die deutsche Mannschaft. "Wir legen jetzt noch ein dreckiges 2:1 hin", war er sich sicher.
Bei der Aufstellung war er wie viele überrascht, dass Löw Mittelfeldspieler Emre Can aufs Feld schickte. "Die erste Halbzeit zeigt aber, dass Löw mit seiner Aufstellung alles richtig gemacht hat. Ich habe selten so eine gute erste Halbzeit von den Jungs gesehen."
Von Moderator Maik Zaus, Promotionmanager der deutschen Fußballnationalmannschaft, auf den jungen Joshua Kimmich angesprochen, prophezeite Eckstein, dass er das Zeug zum neuen Philipp Lahm habe. "Natürlich wurde er ins kalte Wasser geschmissen und wirkt zeitweise etwas nervös auf dem Platz, aber wenn er so weitermacht, wird er es noch weit bringen."
Die Torflaute von Thomas Müller bei der EM sieht Eckstein ihm nach. "Man muss bedenken, dass er über 70 Spiele in den Knochen hat. Da ist es klar, dass man auch mal eine schlechte Phase hat." Die abschließende Einschätzung des ehemaligen Nationalspielers nach den ersten 45 Minuten war eindeutig: "Deutschland ist die bessere Mannschaft."


Ein Trostpflaster

Für den Sieg hat es zwar nicht gereicht, aber am Schillerplatz durften sich nichtsdestotrotz drei Zuschauer über einen Preis bei der Verlosung freuen. Als Glücksfee diente dabei Dekan Kilian Kemmer. Ein Saporito-Gutschein und zwei Eintrittskarten für eine Veranstaltung der Fortuna Kulturfabrik waren dritter und zweiter Preis. Dana Hoffmann hatte jedoch am meisten Glück: Sie durfte sich über ein Deutschland-Trikot mit Autogrammen freuen.