Oma oder Opa sagen die Kleinen gar nicht zu den "Patenomas" und "Patenopas". Das ist eine Erfahrung, die die beiden Patenomis in Herzogenaurach bereits gemacht haben. Gerlinde Martini und Karin Fenneker sind nämlich schon seit gut sechs Jahren für das Seniorenbüro in dieser Sache unterwegs.

"Uns fehlen Omas und Opas"

Aber es sind eben nur die beiden und sie werden der Nachfrage nicht mehr gerecht. Denn es sind einige junge Eltern, die gerne einen Opa oder eine Oma "leihen" wollen. Der Grund ist schnell gefunden: Die großen Firmen bringen aus der ganzen Welt junge Familien nach Herzogenaurach, die dann weit entfernt von der eigenen Familie sich niederlassen. Schmerzlich wird oft der Kontakt zu den Großeltern reduziert, da diese zu weit weg wohnen.

Dabei hat fast jeder gute Erinnerungen an Oma und Opa, meint zumindest der Leiter des Projektes Friedrich Speth. Die zugereisten Eltern - aber nicht nur diese - wünschen zumeist einen Kontakt zwischen Senioren und dem eigenen Nachwuchs, damit diese von deren Zeit, Aufmerksamkeit und Erfahrung profitieren können.
Speth sagt: "Wir haben 20 Anfragen, aber nur zwei Omas!" Drum möchte das Seniorenbüro dieses Projekt nochmals gezielt anschieben. Mit Handzetteln und auf Plakaten wird Werbung für diese Idee gemacht. Gesucht werden Menschen - es gibt kein Mindestalter oder die Bedingung schon graue Haare zu haben -, die Interesse am liebevollen Umgang mit Kindern haben, die gerne auf die jüngere Generation zugehen.

Die Senioren sollen aber nicht nur geben, sondern auch profitieren. Alleine auszuprobieren, ob die Weisheit stimmt, dass Kinder jung und frisch halten, dass diese Lebensfreude spenden, all das könne im eigenen Experiment erprobt werden. Es mache aber sicher auch Spaß, die eigene Lebenserfahrung in die jungen Familien einzubringen. Und das unter dem Aspekt, wie Heribert Schneider der Jugend- und Familienberatungsstelle in Herzogenaurach erklärt, dass "man als Oma und Opa ja nicht mehr miterziehen soll".

Unverbindliches Treffen

Bei einem Treffen am 27. Oktober um 15.30 Uhr im Freizeitheim sollen potenzielle Omas und Opas weiter informiert werden. Da geht es um die Absicherung durch Versicherung, was passiert, wenn man keine Zeit mehr hat, was passiert, wenn sich die Tandems nicht verstehen? Mit am hilfreichsten werden dann auch Martini und Fenneker sein. Denn diese haben die Theorie längst verlassen und sind in der Praxis angekommen. Infos unter der 09132/737169.