Bei der Kirchweih in Großenseebach stellten die Kerwasburschen am Wochenende einen 33,50 Meter großen Baum neben dem Festzelt auf. Zum Anstich hatten zahlreiche Gäste das Festzelt bevölkert.

Eingespielt hat sich inzwischen eine Neuerung. Der FSV-Förderverein unterstützt Rudi Schirmer, den Vorsitzenden des Großenseebacher FSV, bei der Arbeit um die Organisation der Kerwa. Über 100 Helfer kommen so zusammen, die die Kerwa "am Laufen" halten.

Vor dem Bieranstich im Festzelt beim Sportheim begrüßte Organisator Rudi Schirmer vom FSV Bürgermeister Bernhard Seeberger, die Großenseebacher Gemeinderäte und vor allem die Helfer, ohne die das ganze Fest nicht funktioniert hätte. Die Kirchweihburschen wurden ganz besonders gewürdigt, denn ohne sie würde die Kerwa ganz erheblich an Attraktivität verlieren. "Stellt mir bitte keine solche Krüppelfichte auf, wie die Weisendorfer!", spornte Schirmer die Kerwasburschen an.

Auch in diesem Jahr kamen neben Bürgermeistern der Nachbargemeinden auch zahlreiche Kreisräte zum Anstich. Markus Kern von der Brauerei Kitzmann hatte, genauso wie im letzten Jahr, ein richtiges Holzfass zum Anstich nach Großenseebach mitgebracht, so dass Seeberger mehr Schläge aufwenden musste, bis das erste Bier in die Krüge fließen konnte. Für die musikalische Umrahmung des Anstichs sorgten die "Auferstandenen" (Bobby und Band), eine achtköpfige Formation, die sich aus den Jugendkapelle Großenseebach entwickelt hat. Danach sorgte die Band "Mc Seven" für Festzeltstimmung.

Für den Kerwasbaum war ein Prachtexemplar von Fichte mit 33,50 Metern und einer schönen Krone im Korporationswald von Herbert Müller gefällt und mit den Pferden Pia und Marille von Herbert Müller unter Musikbegleitung nach Großenseebach gebracht worden. Danach hieß es für die Ortsburschen mit ihrem Ober-Ortsburschen Steffen Schaub, alles Kräfte zu sammeln, und beim Baumaufstellen das gute Stück in die Senkrechte zu hieven.

Auch wenn der Baum trotz seiner Größe eher schlank war, bedeutete natürlich viel Arbeit beim Aufstellen. Aber es war gar keine Frage, dass der große Baum möglichst weit zu sehen sein sollte. Denn dadurch diente er für die anderen Ortschaften im Seebachgrund als Messlatte, die es zu erreichen gilt.

In die Äste der Spitze wurden bunte Bänder eingeflochten und das obere Stück des Baumstammes in den fränkischen Farben rot und weiß umwickelt. Zusätzlich erhielt die Spitze eine rot-weiße Frankenfahne, oberhalb des Kranzes mit rot-weißen Bändern wurden ebenfalls drei rot-weiße Fahnen am Stamm angebracht. Im liegenden Zustand befreiten zwei Mann den Stamm mit einer Kette von losen Rindenteilen.

Das Aufstellen unter dem bewährten Kommando von Manfred Weiser erfolgte wie früher mit den so genannten "Schwalben" , also Heubäumen, die in der heutigen Zeit an den Spitzen mit Schwerlastgurten oder Ketten verbunden werden. Diese Aufgabe hat er vor mehr als 20 Jahren von Jakob Schaub übernommen. Bis jetzt haben die Ortsburschen unter seinem Kommando jeden Baum ohne Probleme in die Senkrechte gebracht. "Oberhalb des Kranzes kommt jetzt die nächste Zange rein und dann machen alle gemeinsam einen kräftigen Schub", lautete sein Kommando, bedingt durch den großen Baum.

Damit die Krone mit der Frankenfahne unbeschädigt in die Höhe schweben konnte, musste Bernd Schnappauf von einem Baum am Rande des Festgeländes die Äste kürzen. Daneben behält Weiser den Überblick, während die Kirchweihburschen schwitzen, packt aber auch selber mit an. "Schaut jetzt gut aus, wir kriege das schon hin", meint er zur Gesamtsituation.

Während des Hochhievens mit fünf Paar Schwalben wurde nahe am Loch eine mannshohe Leiter immer wieder nachgerückt, um den Baum zusätzlich zu stützen. Begleitet von den kritischen Blicken der älteren Großenseebacher wurde der Baum Stück für Stück in die Senkrechte gehoben. Als der Baum nach mehrmaligem Nachrücken der Schwalben aufrecht im Loch stand, wurde er verkeilt. Unter dem Absingen von Kirchweihliedern wurde das Loch abgedeckt. Erst danach konnten sich die Akteure im Zelt von der Anstrengung erholen.