Vier Kräne stehen schon am Reuthsee, ein fünfter wird gerade aufgebaut. Der künftige Straßenverlauf ist bereits durch gesetzte Randsteine zu erkennen. "In wenigen Tagen fangen wir mit den ersten Kellern an", sagte Investor Ralph Munck bei der öffentlichen Bauausschusssitzung im Gelände. Mitglieder des Gemeinderats und viele Bürger informierten sich vor Ort über den Stand der Dinge und erhielten Antworten auf ihre Fragen.
Bis Ende dieser Woche sollen die nördlichen Straßen schon geteert sein; in fünf bis sechs Wochen auch die Querstraße Richtung Reuthweiher. Um sie zu bauen, muss aber zuerst ein Stück des Verwaltungsgebäudes abgerissen werden. Ganz flott soll es mit dem ersten Baublock gleich daneben weitergehen. Er wird als Winterbau errichtet und "gut eingepackt", damit Interessenten auch ihr künftiges Eigenheim anschauen können.
Munck ist selbst überrascht, welch große Nachfrage herrscht. Deshalb will er die ersten zwölf Häuserreihen bis Oktober 2016 hochziehen. Die früheren Aldihallen werden ab April in Angriff genommen. Bis dorthin läuft der Mietvertrag mit der Firma Riegelein. Zwei Monate soll der Abbruch dauern und drei Monate das Schreddern des Materials. "Wir befeuchten alles mit dem Feuerwehrschlauch", versicherte Munck einer Bürgerin, die den Staub beim Abbruch der Waschanlage monierte.


Bahntrasse wird Radweg

Ein großes Thema war die alte Bahntrasse, genauer: der kontaminierte Gleisschotter. Im östlichen Teil wird er alsbald entfernt. Dann muss er zwischengelagert werden, bis die Landesgewerbeanstalt LGA seine Schadstoffbelastung geprüft hat. "Dazu gibt es exakte Vorschriften, nach denen wir arbeiten", versicherte Munck besorgten Bürgern. Als Untermaterial unter versiegelten Flächen darf solcher Schotter verwendet werden, aber keinesfalls in offenem Einbau. Das soll allerdings durch Adelsdorfer Privatleute geschehen sein.
Die Bahntrasse wird bis zur Straßenanbindung an die Flurstraße zu einem Radweg, der deutlich niedriger liegen wird als die heutige Trasse. Weiter westlich, so die Überzeugung des Gemeinderats, würde ein Radweg kaum genutzt, da andere Strecken zum Beispiel zur Schule und zum Spielplatz bequemer sind und ein befahrbarer Wirtschaftsweg parallel verläuft. Da dort auch keine Versorgungsleitungen verlegt werden müssen, wird dieser Teil der Trasse vorerst bleiben, wie er ist.
Hochwasserschutz war eine weiterer Fragenkomplex. Das Regenwasser aus dem Baugebiet läuft zuerst in ein großes Rückhaltebecken und wird dann kontrolliert in den Reutgraben abgegeben. Ein Teil soll dabei versickern, ehe es den Eisweiher erreicht. Bisher laufen allein von den Aldihallen bis zu 750 Liter pro Sekunde ab. Künftig werden es nurmehr 250 Liter pro Sekunde sein.
Bürgermeister Karsten Fischkal (FW) versicherte, dass die Wasserableitung zweimal von Fachleuten berechnet wurde. Die gewählte Ausführung sei auf ein Starkregenereignis bis HQ 50 ausgelegt. "Das wird von der Genehmigungsbehörde als Erstes abgefragt, ob die Erschließung gesichert ist", betonte er nach zweifelnden Nachfragen.


Drei Ausfahrten zur Entzerrung

Dritter Fragenbereich war der Verkehrsfluss. Er wird über drei Ableitungen aus dem neuen Baugebiet herausgeführt. Die östlichste mündet in die Wiesendorfer Zufahrtsstraße. An dem Punkt, wo sie auf die Bahnhofstraße trifft, rechnet man mit einem Verkehrsaufkommen von 2350 Fahrzeugen täglich. Das ist eine Verdopplung der bisherigen Zahlen in der Bahnhofstraße.
Zwei Drittel der Autofahrer werden Richtung B 470 fahren, weil sie auswärts arbeiten.Durch die drei Ausfahrten wird dieser Verkehr entzerrt. Munck schätzt, dass rund 200 Autofahrer mehr die Bahnhofstraße nutzen, weil sie etwas im Ortszentrum erledigen wollen. Zudem, so Fischkal, ist der Verkehr in der Bahnhofstraße weniger geworden, seit der Supermarkt verlegt wurde.