Ein älterer Höchstadter, der betonte kein Geschäftsmann zu sein, brachte es nach mehrstündiger Diskussion auf den Punkt: "Die Bürger haben es in der Hand, ob sie hier in der Innenstadt einkaufen oder nicht."

Der Rentner war einer der Zuhörer, die am Dienstagabend in die Fortuna Kulturfabrik gekommen waren. Die Stadt hatte die Höchstadter Geschäftsleute zur Information und Diskussion über das geplante Aischpark-Center, die Erneuerung der Aischbrücke und die Situation in der Innenstadt geladen.

Bürgermeister Gerald Brehm (JL) sah sich einer Front von Ladenbesitzern gegenüber, von denen sich viele in ihrer Existenz bedroht fühlen. Sie begründen ihre Angst mit dem geplanten Aischpark-Center, einem Einkaufszentrum, das südlich des Kieferndorfer Wegs gebaut werden und 25 Läden mit einer Gesamtverkaufsfläche von über 16 000 Quadratmetern beherbergen soll.


Im Frühjahr fällt die Brücke

Aber auch die ab kommendem Frühjahr geplanten Baustellen im Zentrum von Höchstadt lösten nicht gerade Begeisterung bei den Geschäftsleuten aus. So beginnt das Staatliche Straßenbauamt im Frühjahr damit, die Aischbrücke abzureißen und zu erneuern. Dies wird ebenso zu Verkehrsbehinderungen führen wie die Neugestaltung der Hauptstraße auf dem Abschnitt zwischen Marktplatz und Vogelseck.

Größter Dorn im Auge ist den Innenstadt-Geschäftsleuten das geplante Einkaufszentrum. Auch ein noch so engagiert argumentierender Bürgermeister stieß bei den versammelten Einzelhändlern auf wenig Verständnis.
Ganz Höchstadt müsse als einheitliches Kaufhaus auftreten, forderte Brehm. Er sei überzeugt, dass das Aischpark-Center auch mehr Frequenz in die Höchstadter Innenstadt bringen werde.

"Wir sind noch nicht dort, wohin wir wollen", gestand der Bürgermeister ein, aber die Stadt habe in der Innenstadt schon viel getan. Im Zentrum Höchstadts gebe es heute mehr Geschäfte als vor 20 Jahren und auch damals sei im Vorfeld der Kaufland-Ansiedlung das Sterben der Innenstadt prognostiziert worden.

Seit Jahrzehnten bemühe man sich darum, im Osten Höchstadts Einkaufsmöglichkeiten zu schaffen. Dies könne jetzt mit dem Aischpark-Center gelingen. Als Mittelzentrum habe Höchstadt aber auch eine Bedeutung für die Region und sollte ein solches Einkaufszentrum bieten.

Über das Angebot des Aischpark-Centers sei noch nicht das letzte Wort gesprochen. Das jetzt laufende Raumordnungsverfahren, in dem alle Einwände geprüft werden, wird mehr Klarheit darüber bringen, was machbar ist und was nicht.

Die Forderung eines Geschäftsmannes, das Aischpark-Center um die Hälfte zu verkleinern und nur solche Geschäfte zuzulassen, die es in der Innenstadt nicht gibt, wird wohl kaum erfüllt werden können. Eine Stimme aus der Geschäftswelt erklärte, man sei ja nicht generell gegen das Projekt, aber gegen dessen Größe. Es sei auch niemand gefragt worden, ob er mit einsteigen möchte.


Klagen und Kritik

Positive Ansätze, was man in der Innenstadt zur Attraktivitätssteigerung beitragen könnte, waren aus den Reihen der Geschäftsleute nicht zu hören. Dafür wurde umso mehr geklagt und kritisiert.

Das gemeinsame Ziel sollte es sein, die Stadt in ein "blühendes Zentrum" zu verwandeln, sagte Bürgermeister Brehm. Man sollte viel mehr positiv sehen und nicht alles schlecht reden. Er appellierte an die Geschäftsleute, Kritik offen vorzubringen. Brehm: "Was hintenrum läuft, ist nicht sachgerecht."

Unterstützung können die Ladenbesitzer von Sandra Hammer erwarten, die sich in einem Pilotprojekt ums Höchstadter Stadtmarketing kümmert. Sie kündigte in der Versammlung an, sich mit den Geschäftsleuten zusammenzusetzen und Strategien zu entwickeln.

Diese sind schon im kommenden Frühjahr gefragt, wenn die Aischbrücke abgerissen und die Hauptstraße ausgebaut wird. Hier schwebt Hammer ein spezielles Baustellenmarketing vor, bei dem mit den Baustellen Werbung gemacht und spezielle Aktionen durchgeführt werden könnten. Beispielsweise seien in Amberg, Fürth, Schwabach und Mellrichstadt Innenstadtbaustellen erfolgreich in Kampagnen einbezogen worden, wie eine Untersuchung der IHK Nürnberg ergab.

Weil während der Bauphasen Parkplätze nicht genutzt werden können, sollen vorübergehend Ersatzparkplätze und Lösungen für Dauerparker geschaffen werden.