Wer kennt sie noch, weiß ihre Namen? Die junge Generation jedenfalls dürfte mit Speierling, Mispel oder Eber-esche wohl kaum etwas anfangen können. Das soll jetzt anders werden: In Höchstadt gibt es einen Wildobst- und Gehölzlehrpfad, der über die heute weitgehend unbekannten Gehölze anschaulich aufklärt. Sie sind nicht nur ein Segen für die Natur, sondern können zu Marmeladen, Likören oder Hochprozentigem verarbeitet werden. Nicht alle Früchte sollten roh gegessen werden, mitunter sind sie auch nicht sehr schmackhaft, wohl aber vitaminreich.

Seit 2012 die Idee zu einem Lehrpfad geboren wurde, arbeitete der Obst- und Gartenbauverein (OGV) Höchstadt an diesem Projekt. Am Samstag wurde der Wildobst- und Gehölzlehrpfad offiziell seiner Bestimmung übergeben. Rund 9000 Euro hat der OGV in die Anlage investiert. Unterstützt wurde er vom Landratsamt und der Stadt Höchstadt.


Ausschneiden nicht erforderlich

Die Stadt ist auch Eigentümer des Lehrpfades und als solche für den Unterhalt zuständig. Wobei es sich dabei wohl in erster Linie um die Mäharbeiten handeln dürfte. Denn Baumpflege wie regelmäßiges Ausschneiden ist bei Wildobstsorten nicht nötig, wie Herbert Lawrenz, Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins, erklärt.

Am Ende der Straße "Am Treibweg" auf der linken Seite stadtauswärts macht eine Infotafel auf den Lehrpfad aufmerksam. Von da an geben rund 50 kleinere Tafeln Auskunft über das, was am Wegesrand so grünt und wächst. Der Lehrpfad sei zweigeteilt, gibt Herbert Lawrenz Auskunft. Neben den verwertbaren Wildobstsorten wurde auch der Bestand an alten heimischen Bäumen ausgeschildert. Lawrenz sieht in dem Lehrpfad eine hervorragende Plattform für umweltpädagogische Angebote und praxisorientierten Naturkundeunterricht.


Lehrreiches Naturerlebnis

Für Höchstadts Bürgermeister Gerald Brehm (JL) bietet der Lehrpfad ein herrliches Naturerlebnis im Naherholungsraum der Stadt. Der Lehrpfad sei eingebunden in die Aktion "Höchstadt gesund.aktiv". Am gleichen Tag wurde weiter oben am Waldrand der erneuerte Trimm-Dich-Pfad eingeweiht. "Jetzt kann man sich sportlich betätigen, Natur erleben und dabei lernen", so das Stadtoberhaupt bei der Eröffnung. Sofern es möglich ist, möchte Brehm den Gartenbauverein - "einen starken Partner der Stadt" - in der Nähe "ansiedeln".

"In Gottes schönster Natur" segnete Dekan Kilian Kemmer die neue Anlage, die - so verriet er - auch seine persönliche "Rennstrecke"ist. Den "Segen von oben" dürfte die Anlage ohnehin haben: Der einstige Höchstadter Pfarrer Mauderer hat im Jahr 1881 den Obst- und Gartenbauverein Höchstadt ins Leben gerufen.